1. Gießener Allgemeine
  2. Gießen

Autogalerie Mittelhessen kommt unter den Hammer

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Leerer Showroom, leerer Parkplatz: Die Autogalerie Mittelhessen soll zwangsversteigert werden.	(Foto: Schepp)
Leerer Showroom, leerer Parkplatz: Die Autogalerie Mittelhessen soll zwangsversteigert werden. (Foto: Schepp) © Oliver Schepp

Gießen (mö/pd). Die Ausstellungshalle und der Hof sind leer, kein Mensch ist zu sehen und auf der gläsernen Eingangstür hängt ein Zettel, auf dem »geschlossen« steht. Nur fünf Jahren nach der Eröffnung ist die Autogalerie Mittelhessen in der Automeile an der Licher Straße am Ende.

Mitte September soll das Autohaus zwangsversteigert werden. Das Amtsgericht hat den Verkehrswert der neuwertigen Immobilie per Gutachten ermitteln lassen und auf gut 2,1 Millionen Euro festgesetzt.

Autogalerie-Geschäftsführer Volker Hain bestätigte auf GAZ-Anfrage den Versteigerungstermin, hofft aber, ihn noch abwenden zu können. Probleme hat sein Unternehmen aber schon seit geraumer Zeit. Im Frühjahr stellte Hain Insolvenzantrag, den er kurz darauf aber wieder zurückzog. Das Amtsgericht beauftragte das Gutachten zur Wertermittlung bereits im April vergangenen Jahres und gab als Grund »zum Zwecke der Zwangsversteigerung« an.

Hain sieht sich offenbar als Opfer eines Komplotts seiner Hausbank und der Gießener Justizbehörden und betonte, dass er die Forderungen der Sparkasse bislang stets bedient habe. So sei auch die Immobilie in der Automeile, deren Wert er auf 2,8 Millionen Euro schätzt, zu mehr als der Hälfte bezahlt. Die Sparkasse äußerte sich erwartungsgemäß nicht zur Kundenbeziehung zur Autogalerie Mittelhessen und bestätigte nur, Gläubigerin zu sein.

Die Autogalerie Mittelhessen war im September 2011 eröffnet worden und schloss die letzte Baulücke auf dem Gelände der früheren Wehrmachts- und US-Kaserne an der Licher Straße. Hain präsentierte auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück die italienischen Fahrzeugmarken Fiat, Lancia, Alfa Romeo, Maserati sowie Jeep und Chrysler, zudem auch Wohnmobile. In der Branche ist Volker Hain, der damals 2,5 Millionen Euro in den Neubau steckte, bestens bekannt, fast 20 Jahre lang war er verbunden mit »Hain am Ring« im Oberlachweg und aus dieser Zeit bekannt als Händler der Marke Peugeot.

»Sehr guter« Gebäudezustand

Der Gutachter, der im Auftrag des Amtsgerichts den Wert der Autogalerie ermittelte, geht von einer Spezialimmobilie aus, die im Grunde nur als Autohaus mit Werkstatt genutzt werden kann. Eine »abweichende Folgenutzung« sei kaum möglich. Den Bau- und Unterhaltungszustand der Anlage bezeichnet der Gutachter als »sehr gut«; das Objekt erfülle die heutigen Anforderungen an ein Autohaus, in dem kleinere Marken verkauft werden.

Auch interessant

Kommentare