"GINA"

Was das Autofahrerherz begehrt

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Die Neuwagenmesse "GINA" lockt Tausende Besucher in die Hessenhallen. Auch E-Mobilität ist ein Schwerpunkt.

Es sind zwar nur 18, aber es könnten problemlos auch 35 Prozent sein. Sei’s drum: Der weiße SUV befindet sich jedenfalls bedrohlich in Schieflage, als Leonhard Schichtherle dem Fahrer durch das Seitenfenster noch in aller Seelenruhe die technischen Details zu dem Nervenkitzel erklärt. Mit seinem Kollegen Rafael Lindemann ist der Allgäuer am Wochenende nach Mittelhessen gekommen, um die Besucher der Gießener Neuwagen-Ausstellung (GINA) auf dem xDrive-Parcours von BMW und dem Autohaus ASW Wahl an den Hessenhallen ins Schwitzen zu bringen. Es gelingt den beiden ziemlich gut: Der automobile Mini-Abenteuerspielplatz gehört zu den absoluten Publikumsmagneten der Messe.

18 Aussteller

Während manch einer draußen auf der "Wippe" und dem "erhöhten Bordstein" seine Fahrkünste erprobt und dabei reichlich Matsch aufwirbelt, warten drinnen die Vertreter von insgesamt 18 Autohäusern auf Gesprächspartner. Am Samstag ist das Gewusel in den Hallen bereits groß, Sonntag gibt es dann stellenweise kaum noch ein Durchkommen. Sven Lindemann von der Gemeinschaft Gießener Neuwagenhändler freut sich folgerichtig über "eine tolle Resonanz" und "ganz viele positive Gespräche an den Ständen". In mehr als 750 Modellen lässt es sich bei freiem Eintritt nach Herzenslust Probe sitzen – und die 10 000-Besucher-Marke werde auch in diesem Jahr wieder locker geknackt, schätzt Lindemann.

Nachfrage nach E-Autos

Geboten bekommen die Gäste alles, was das autoliebende Herz begehrt, von Gelände- über Sportwagen bis zum "Twizy" von Renault. Dieses Minigefährt bietet zwei Personen Platz, einer vorne und einer hinten. Für ASW Wahl fungiere es bei der GINA eigentlich nur als "Eyecatcher", räumt Filialleiter Christoph Löchel auf Nachfrage ein. Dennoch setzen sich viele Leute früher oder später auch gerne einmal rein. Meist sind sie aber relativ schnell wieder draußen. "Wie in einer Raumkapsel", lautet etwa der mindestens so erschrockene wie faszinierte Kommentar einer jungen Frau – nach etwa 30 Sekunden Testzeit.

Immerhin, der "Twizy" fährt elektrisch. E-Mobilität ist ein großes Thema der Messe, wenngleich Lindemann Wert darauf legt, dass sie nicht ihr Schwerpunkt sei. "Die Nachfrage nach Elektro ist auf jeden Fall da", berichtet dagegen Julian Schäfer vom Autohaus Schubert.

E-Mobilität großes Thema

Ein Großteil der Messebesucher wolle sich jedoch nur informieren. Reichweite, Ladezeit, Ausstattung: "Viele möchten ihre Wissenslücken füllen und sind total erstaunt, was in Sachen E-Mobilität alles möglich ist." Meikel Eley, Filialleiter bei ASW Wahl, nennt als weiteren Trend das autonome Fahren und die Digitalisierung. Bei Wahl werden die Besucher deshalb von Pepper, einem sprechenden Roboter, in Empfang genommen. Nadja Schütz hat an diesem Wochenende sogar schon einen Elektro-SUV verkauft. Mehr allerdings nicht. Generell sei die Tendenz in Sachen Autokauf rückläufig, betont die Händlerin: "Vielleicht liegt es an der schlechten Presse. Man weiß kaum, was man noch kaufen soll."

So endet der Rundgang nicht auf, sondern direkt neben dem roten Teppich. Das edle Geläuf bleibt beim Audi-Zentrum nämlich in erster Linie den Fahrzeugen vorbehalten – und nur am Rande auch dem Publikum. Wie sich so viel Liebe zum Kfz leichter ertragen lässt? Richtig, mit einem Radler. Wer lange genug sucht, findet sogar auf der Automesse eines.

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