Ausweitung kein Problem

  • vonRedaktion
    schließen

Erleichterung herrschte auf dem Hof von St.-Morus - buchstäblich im letzten Moment war die Wetter- lage zur Ruhe gekommen. So konnte das Benefizkonzert der Gruppe "Bluesdoctor" glatt ablaufen. Es war zugleich ein CD-Release-Konzert, und der Verkauf sollte die Aktion "Musik statt Straße" unterstützen.

Sichtlich erleichtert war der Vorsitzende des Fördervereins der Morus-Kirche, Jakob Christoph Handrack, dass das ausverkaufte Konzert von Bluesdoctor, das erste Konzert draußen vor der Kirche, im Trockenen stattfinden konnte.

Wirklich nichts trübte den Abend. Die Gemeinde hatte ein Hygienekonzept erstellt und sich im letzten Moment noch erkundigt, ob sie auf ihrem großen Hof nicht vielleicht mehr als die ursprünglich geplanten fünfzig Zuschauer mit Abstand begrüßen dürfte? Bei so viel Platz hatte das Gesundheitsamt keine Bedenken und genehmigte einen Aufschlag. Jetzt durften also achtzig Menschen den lauen Sommerabend mit knackiger Bluesmusik genießen. "Wir werden heute nur unsere CD spielen, also nur eigene Titel", verkündete Sänger und Keyboarder Christoph Handrack. Die CD könne man gegen eine Spende mitnehmen. Der Erlös des Verkaufs geht an die Aktion "Musik statt Straße".

Dank CD-Verkauf und Spendengeldern am Konzertabend kamen somit 1582 Euro zugunsten der Aktion "Musik statt Straße" zusammen.

Zunächst legte die Band fetzig los. Mit "Fool no more" präsentierte das Quartett mit Handrack (Gesang, Klavier, Keyboard), Hartmut Dietrich (Harp, Gesang), Thomas Geis (Gitarre) und Manfred Jung (Drums) kraftvolles Tempo. Was gleich auffiel, war der Mundharmonikasound, den Jung mit Hohner-Harps und klassischem Sennheiser-Mikrofon erzeugte. Klagend erklang dann der "Waltz for Mama".

Spende an "Musik statt Straße

Maria Hausschild von der Aktion "Musik statt Straße" bedankte sich für den Scheck der Volksbank und die Unterstützung der Band und berichtete über die Arbeit der Aktion, die sie gemeinsam mit Geiger Georgi Kalaidjiev betreibt und damit bedürftige Kinder in Bulgarien unterstützt. "Seit 12 Jahren," sagte sie, "helfen wir den Kindern, die dort unter wirklich elendigen Bedingungen leben. Es ist inzwischen ein riesengroßes wunderbares Projekt geworden, wir haben einige Hundert Kinder gerettet. Wir vermitteln ihnen Bildung und Musik." Diese Kinder würden dann zu Vorbildern für andere und jüngere. 2019 waren einige der Kinder zu Besuch in Gießen.

Ein weiterer Stimmungsbringer war "After all these years", das mit sorgsam verschlepptem Tempo und einem schön klagenden Unterton im Gesang erklang, während die Band routiniert dahingroovte. Mit erheblich höherem Tempo lieferte man dann "Den Autobahntitel" ("Monkey business") ab. Bei dessen bewährtem Rhythmus musste dann doch jeder mitmachen, ein leicht hypnotischer Duktus machte es möglich.

"Bluesdoctor" machte in diesem Konzert seine Stärken deutlich: mit der charismatischen Stimme Handracks und den emotional aufgeladenen Harp-Beiträgen von Dietrich verfügt die Band über ein tragfähiges Fundament. Hinzu kam ein äußerst ökonomisch und präzise agierender Schlagzeuger. Schließlich agierte Gitarrist Thomas Geis mit ebenso großer Erfahrung wie Gefühl. An diesem Abend spielte er aus Jux einfach mal das James-Bond-Thema in "Monkey business" rein - prima. Die gute Laune übertrug sich aufs Publikum, und der Beifall wurde immer länger. Da fiel es nicht so sehr ins Gewicht, dass ein paar Songs eher belanglos beendet wurden. Insgesamt war das Ergebnis sympathisch stimmungsvoll, und die Zuhörer fühlten sich unter den Platanen bestens aufgehoben. Einfach ein richtiges kleines Open-Air-Konzert, mitten in der Stadt, mitten in der Krise.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare