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Vor dem Zeitstrahl (von links): Adrian Latsch, Sarah Jenak, Katharina Hitzel, Prof. Silke Tammen, Romina Ebenhöch, Kristina Dizdor und Dr. Moritz Jäger. (Foto: dkl)

Ausstellung am JLU-Institut über Kunstwerke am Körper

Die Beschäftigung mit bildtragendem Schmuck hat sich zu einem kleinen, aber feinen Forschungsschwerpunkt am Institut für Kunstgeschichte der Universität Gießen herausgebildet. Eine Ausstellung zeigt dies.

Am Anfang stand ein Seminar von Prof. Silke Tammen zu mittelalterlichem Schmuck, wie sie bei der Begrüßung sagte. Daraus sind bereits Dissertationen und Magisterarbeiten hervorgegangen. Die Seminargruppe des Sommersemesters hat zum Thema "Kleine Kunstwerke am Körper" eine Ausstellung erarbeitet, die am Dienstag mit einem Empfang eröffnet wurde.

Jeder zuständig für thematische Schwerpunkte, haben sie die Ausstellungspräsentation gemeinsam mit einem Minibudget entwickelt. Vieles wird über Bild-Text-Tafeln erklärt. Ein an Abbildungen reicher Zeitstrahl ist durch Büchlein ergänzt, in denen einzelne Themen vertieft vorgestellt werden. In einer Standvitrine werden diverse Objekte präsentiert ein Rosenkranz mit Bildchen, ein antiquarisch erworbener Anhänger mit winzigen Reliquien, in Zentren der Frömmigkeit erworbene Pilgerzeichen, die heute noch unverändert hergestellt und verkauft werden, oder selbstgebastelte Miniaturen, wie ein Miniaturbuch oder -altar in Streichholzschachtelgröße. Alles ist liebevoll arrangiert, mit Blick für das Detail und für Ästhetik gestaltet.

Die Kategorie Schmuck ist in Form und Funktion sehr breit angelegt, der im Seminar behandelte Zeitraum erstreckt sich vom 13. bis in das 18. Jahrhundert. Vieles davon kennen wir heute noch. Wieder angesagt sind etwa die Anhänger, die sich öffnen lassen, sei es in Oval- oder in Buchform. Sie waren Zeichen der Gläubigkeit oder der Erinnerung an einen geliebten Menschen, wenn sie etwa Foto oder Haarlocken enthielten. Broschen sind schmückende Liebesgaben oder Kennzeichen der Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Ketten unterstützen beim Beten, wenn es sich um Rosenkränze handelt, oder dienen der Repräsentation, dann sind sie besonders prachtvoll ausgestaltet. Es gibt Amulette, die mittels Inschrift der magischen Abwehr dienen, oder mittels Reliquien von Heiligen vor der Gefahr auf Reisen schützen sollen.

Die vier Studierenden wurden von einem ehemaligen (Dr. Moritz Jäger) und zwei aktuellen Doktorandinnen des Instituts tatkräftig unterstützt, für die Organisation zuständig war Romina Ebenhöch. Die Einführung übernahmen die Studierenden Adrian Latsch, Sarah Jenak und Katharina Hitzel.

Die lohnenswerte Ausstellung "Blicke fangen" ist während des Wintersemesters zu den Öffnungszeiten des Instituts (werktags von 8 bis 18 Uhr) kostenfrei zu besuchen, im Institut für Kunstgeschichte der Uni Gießen, Philosophikum I, Haus G, 3. Stock. dkl

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