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Auch das David-Bowie-Musical "Lazarus" ist Opfer der Corona-Krise geworden. Kurz nach der gefeierten Premiere Anfang März musste das Stadttheater seinen Spielbetrieb einstellen. Nun könnte es in der kommenden Spielzeit als Wiederaufnahme zu sehen sein. FOTO:WEGST

Ausstehende Premieren verschoben

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Gießen(pm/gl). Seit drei Wochen ist das Stadttheater nun schon für alle Zuschauer geschlossen. Wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, ist leider noch nicht absehbar. Dennoch mussten einige Entscheidungen bereits jetzt gefällt werden, ganz unabhängig davon, wie es nach dem 19. April 2020, der bislang als vermutliches Datum einer Wiedereröffnung genannt wurde, weitergehen wird.

"Schöpfung" in den November verlegt

Schweren Herzens mussten sich die Theatermacher dazu durchringen, in dieser Spielzeit keine Premieren mehr anzubieten. Die Schauspielproduktion "Erinnya" sowie die Oper "Brokeback Mountain" werden jedoch in die Spielpläne der nächsten Saison übernommen.

Zusätzlich muss die Aufführung von Joseph Haydns "Schöpfung" in der Wetzlarer Rittal-Arena auf November verschoben werden - denn selbst, wenn der normale Probenbetrieb nach dem 19. April wieder aufgenommen werden dürfte, wäre es schon jetzt rein zeitlich nicht mehr möglich, mit den Chören die nötigen Proben zu realisieren. Dafür wird als 9. Sinfoniekonzert das Programm mit Werken von Ravel, Wagner und Britten (vormals 8. Sinfoniekonzert) musiziert. Die Theatermacher hoffen, dass der für das Konzert vorgesehene Termin am 26. Mai gehalten werden kann. Ansonsten werde eine spätere Alternative angeboten.

TanzArt ostwest findet 2020 nicht statt

So wie bereits europaweit zahlreiche große und kleine (Sommer)-Festivals abgesagt werden mussten, kann auch das internationale TanzArt ostwest-Festival in diesem Jahr nicht stattfinden. Die dafür vorgesehene Premiere des Tanzabends "Personal Trigger" wird um ein Jahr verschoben.

Für abgesagte Gastspiele und Extras wie das Konzert des Countertenors Valer Sabadus und der Gruppe SPARK, die Operette "Charleys Tante" oder den "Faust"-Abend mit Michael Quast werden Nachholtermine gesucht. Ebenso werden die Präsentationen mit Gießener Jugendlichen des Projekts "Die Dinos dachten auch, sie hätten noch Zeit" im Rahmen der Reihe "Eigentum verpflichtet_Eigentum vernichtet" weiter geplant.

Die Pressemitteilung des Stadttheaters gilt zunächst als Zwischenbericht. Das Stadttheater wird rechtzeitig darüber informieren, wann Vorstellungen und Premieren nachgeholt und wieder angeboten werden können, wenn dies feststeht.

Intendantin Cathérine Miville bedankt sich bei dem Theaterpublikum für die große Verbundenheit und das entgegengebrachte Verständnis, das die Theatermitarbeiter angesichts der schwierigen aktuellen Situation erfahren: "Seien Sie versichert, dass wir alles irgendwie Mögliche und Verantwortbare unternehmen werden, um uns so bald wie möglich mit ganz besonderen Theater- und Musikerlebnissen bei Ihnen für Ihre Geduld und Ihr Entgegenkommen zu bedanken. Ich bin überzeugt, dass es auch in Ihrem Sinne ist, dass dabei die Gesundheit von Ihnen allen und selbstverständlich auch die von allen Gießener Theatermitarbeitern sowie unserer zahlreichen Gastkünstlern an erster Stelle steht."

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