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Überall kann man wieder essen und trinken gehen, nur der Außenbereich an der Mensa der JLU ist noch dicht. Laut Corona-Verordnung müsste das Studentenwerk den Bereich absperren und den Zugang nur für Hochschulbedienstete und Studierende kontrollieren. Weil hier Fluchtwege und Feuerwehrstellflächen sind, darf es das aber nicht.

Corona und Studieren in Gießen

Außengastronomie an der Mensa noch zu: Studentenwerk hofft auf Lockerung

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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Das Studentenwerk hat auf mehr Andrang an der wiedergeöffneten Mensa gehofft - und nun über die sozialen Medien nach einem Feedback gefragt. Außerdem erklärt die Einrichtung, warum an der Mensa immer noch niemand draußen sitzen darf.

Euch blutet beim Anblick das Herz? Uns auch!«, schrieb das Gießener Studentenwerk zuletzt auf Facebook und Instagram. Gemeint sind die gestapelten und mit Absperrband umwickelten Außensitzplätze. V iele Menschen hätten in den vergangenen Tagen angefragt, warum man an der Mensa in der Otto-Behaghel-Straße denn immer noch nicht draußen sitzen und essen dürfe. Schließlich habe die Außengastronomie ja sonst auch überall geöffnet.

Derzeit nur ein Zehntel in Mensen

Gemäß der Gleichsetzung von Hochschulmensen mit nicht-öffentlichen Kantinen haben in Gießen derzeit noch ausschließlich Hochschulbedienstete und Studierende Zugang - was am Eingang kontrolliert wird und man ebenso in einem dann abgesperrtem Außenbereich gewährleisten müsste. »Das ist jedoch leider nicht möglich, da es sich bei den Außenbereichen um öffentliche Flächen mit Flucht- und Rettungswegen sowie Feuerwehraufstellflächen handelt, die wir nicht absperren können. Was wir aber tun müssten, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen«, erklärt das Studentenwerk das diffizile Problem.

Um den Mensabetrieb insgesamt nicht zu gefährden, könne man derzeit draußen »leider« noch nicht öffnen. »Das fällt uns selbst schwer«, betont das Werk weiter und verweist aber darauf, dass man sein Essen mitnehmen und auf den Wiesenflächen am Philosophikum genießen kann.

Wo sonst im Stadtbild wieder Freiheit und Lockerheit durch die Luft schwingen, offenbaren sich an der Mensa die Einschränkungen der Corona-Pandemie noch besonders. Einschränkungen, die eher auf einer bürokratischen Grundlage fußen, als einer wissenschaftlichen in Sachen Infektionsrisiko. »Auch wir hoffen, dass sich das schnell ändert«, betont Eva Mohr, Pressesprecherin des Studentenwerks.

Neben der strikten Onlinelehre, die die Justus-Liebig-Universität auf jeden Fall dieses Semester noch fährt, trägt auch der gesperrte Außenbereich dazu bei, das aktuell noch sehr wenig Studierende in die Mensa gehen. Das zeigt auch die Umfrage, die das Studentenwerk deswegen vergangenen Woche gestartet hat. Auch zu kurz empfundene Öffnungszeiten wurden als Grund genannt. Insgesamt käme über alle Einrichtungen hinweg aktuell nur ein Zehntel der Studenten in die Mensen, informiert Mohr.

Immerhin haben sich seit vorletzter Woche mehr als 150 Studierende und Hochschulangestellte auf die Umfrage über Social Media oder das Feedback-Formular auf der Werks-Homepage gemeldet. »Wir freuen uns über so viel Feedback und beschäftigen uns intensiv damit«, sagt die Sprecherin.

So wurde beispielsweise auf Instagram auch mehrmals der Wunsch nach mehr vegetarischen und veganen Gerichten geäußert. Mohr dazu: »Wir bieten bereits jetzt bei aktuell drei Gerichten jeden Tag mindestens ein veganes oder vegetarisches warmes Mittagessen an, plus eine Salat-Bowl. Gemessen an den grundsätzlichen Ernährungsgewohnheiten von Studierenden ist das unserer Ansicht nach schon eine hohe Anzahl an fleischlosen Essen.« Sie bittet um Verständnis - und man müsse bedenken, dass Versorgungsauftrag für alle Studierenden gilt und bei den aktuellen Besucherzahlen nicht mehr Fleischloses angeboten werden könne.

Viele positive Rückmeldungen

Gleichwohl habe es auch sehr viele positive Rückmeldungen gegeben, was insbesondere das Gastro-Team freue, so Mohr weiter. Man kann also Studentinnen und Studenten nur wünschen, dass schnell wieder normales Campusleben einkehrt - und gerade den Erst-, Zweit und Drittsemester, die die Uni oft nur über den Bildschirm kennen. So schreibt ein Student auf Instagram mit einem lachenden Smiley: »Ich weiß ja nicht mal, wo die Mensa ist. Ich war erst einmal wegen einer Klausur an der Uni.«

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