»Aura«-Brand erneut vor Gericht

  • Christoph Hoffmann
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Gießen (chh). Das neue Vereinsheim der DLRG am Ufer der Lahn nimmt immer konkretere Formen an. Längst ist die einem Schiff nachempfundene Silhouette erkennbar. Dreieinhalb Jahre nach dem verheerenden Brand steht das Bauwerk kurz vor der Vollendung. Die Details und Folgen des Feuers beschäftigen die Lebensretter aber weiterhin. Am Freitag trafen sich DLRG-Vertreter samt Anwalt mit dem Verteidiger von Dimitri Skartsanis, der damals das ebenfalls abgebrannte Restaurant »Aura« betrieb, vor dem Gießener Landgericht.

In der Zivilsache geht es weiterhin um die Frage, ob das Mietverhältnis durch das Feuer beendet worden ist. Und es geht um Geld.

DLRG fordert Mietzins vom Wirt

Eine Zivilrichterin des Landgerichts hatte bereits im Oktober 2019 das Mietverhältnis mit dem »Aura«-Pächter für beendet erklärt, schließlich sei der Mietgegenstand bis auf die Grundmauern abgebrannt. Allerdings sprach die Richterin lediglich ein »Teilurteil« aus. Skartsanis wandte sich daraufhin an das Oberlandesgericht. Die Richter in Frankfurt hoben das Gießener Urteil auf. Inhaltlich stimmten sie zwar zu, allerdings sahen sie ein »Teilurteil« als nicht zulässig an. Und so sitzen die Streitparteien erneut vor dem Gießener Landgericht.

Nach einem Dekanatswechsel ist fortan Zivilrichterin Diana Suzan Kloska für den Fall verantwortlich. Sie betonte, dass sie keinen Grund sehe, von der Bewertung ihrer Vorgängerin abzuweichen, das Mietverhältnis also als beendet gewertet werden dürfte. Sie regte daher eine gütliche Einigung an, wonach das Mietverhältnis beendet sei, allerdings keine weiteren Ansprüche geltend gemacht werden können. Doch darauf wollte sich keine Partei einlassen.

Die DLRG fordert von Skartsanis die Zahlung von Mietzinsen in Höhe von rund 24 000 Euro. Um diese zu erhalten, so Richterin Kloska, müsste jedoch nachgewiesen werden, dass der Wirt für das Feuer mitverantwortlich war. »Und da sieht es durchaus schwierig aus«, betonte die Richterin.

Gutachter soll über Brandursache reden

Skartsanis hatte seinerzeit einen Handwerker engagiert. Der soll nach Meinung der DLRG in der Küche des Restaurants Schweißarbeiten unsachgemäß ausgeführt und das Feuer damit ausgelöst haben. Die DLRG bezieht sich dabei auf ein Gutachten. Allerdings ist das von einem privaten Gutachter durchgeführt worden, Kloska vertrat zudem die Meinung, dass das Gutachten nicht eindeutig sei. Zur weiteren Klärung soll der Gutachter als Zeuge geladen werden. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Handwerker waren damals mangels öffentlichem Interesse eingestellt worden.

Neben den Mietzinsen und den Gerichtskosten geht es noch um mehr Geld. Denn Skartsanis fordert 196 000 Euro zurück, die er in das Restaurant investiert haben will. Diese Summe macht er hilfsweise geltend, also nur, wenn er das Verfahren verliert.

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