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Am Schiffenberger Weg entsteht nicht nur ein architektonisches Kleinod, sondern auch eine hochmoderne Rettungswache. 

"Schiffenberger Wacht"

Aufsehenerregender Neubau: Was hier im Schiffenberger Tal in Gießen entsteht

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Schon im Rohbau ist zu erkennen, dass der neue Bau der Volksbank Mittelhessen im Schiffenberger Tal ein Schmuckstück wird. In wenigen Monaten sollen die ersten Mieter einziehen.

Die Gegend rund um den Steinberger Weg ist bislang nicht gerade ein Postkartenmotiv. Graue, triste Parkplätze, in die Jahre gekommene Gewerbeflächen und das abbruchreife ehemalige Polizeipräsidium machen die große Gießener Einfallstraße zu einem sogenannten Unort. Das soll sich aber bald ändern, denn spätestens im ersten Quartal des Jahres 2021 soll die "Schiffenberger Wacht", die die Volksbank Mittelhessen derzeit am Steinberger Weg baut, fertiggestellt sein. Trotz Corona-Krise wird der Zeitplan eingehalten. Schon im Spätsommer könnten die ersten Mieter einziehen.

Der moderne fünfgeschossige Bau soll ein architektonisches Kleinod werden und den Stadteingang prägen. Das Gebäude nimmt in seiner Form den Schwung der Straße auf. Die Gestaltung ist an den jüngsten Anbau der Bank-Zentrale angelehnt. "Unser Anspruch ist es, eine besondere Aufenthaltsqualität und Campus-Charakter herzustellen", sagt Volksbank-Vorstand Lars Witteck über das Investitionsobjekt, das Gießen einen weiteren Schub in der medizinischen Infrastruktur geben soll.

Derzeit laufen die letzten Gesprächen zur Vermietung der insgesamt 2800 Quadratmeter großen Flächen. Im Erdgeschoss wird bekanntlich eine 24-Stunden-Wache der Johanniter Unfallhilfe untergebracht. Im Zwischengeschoss sollen Büros und eine Arztpraxis eingerichtet werden. Bereits unterzeichnet ist der Vertrag für das dritte und vierte Stockwerk. Dort wird ein medizinischer Beratungsdienst mit Büros und Untersuchungsräumen einziehen. Und auch für die obere Etage gibt es bereits Verträge mit Ärzten. "Uns ist wichtig, dass hier ein medizinisch geprägter Komplex entsteht", sagt Witteck.

Volksbank bezieht keine Räume

Die Volksbank selbst wird in dem Gebäude keine Räume beziehen, wohl aber in dem benachbarten Parkhaus mit gut 330 Stellplätzen eine Etage zum Parken für Mitarbeiter zur Verfügung stellen. Für den Fall das in Zukunft eine Erweiterung der Bank-Zentrale nötig wird, hat sich die Volksbank aber auch das Gelände der ehemaligen Arztpraxis von Zdenka Büdinger gesichert, das zwischen dem Neubau und dem Hauptgebäude liegt.

Eine Bereicherung für die notfallmedizinische Betreuung der Bevölkerung wird die neue Wache der Johanniter, die an dem neuen Standort die bisherigen beiden Wachen im Stadtgebiet zentralisieren werden. "Auch die Johanniter haben die Chance genutzt, ein Leuchtturmprojekt zu realisieren", sagt Witteck. Denn die Wache, die wohl schon im Spätsommer in Betrieb genommen werden könne, werde nach dem neuesten Stand gebaut und eingerichtet.

"Wir hatten bei der Planung den Anspruch, die Sache sogar noch ein bisschen besser zu machen, als es vom Gesetzgeber her nötig gewesen wäre", sagt Johanniter-Regionalvorstand Marco Schulte-Lünzum. So sind die Fahrzeughallen und Ruheräume für Mitarbeiter etwas größer ausgefallen. Zudem wird es eine eigene Waschhalle für die Einsatzfahrzeuge geben oder ein Medikamentenlager, das auf der einen Seite von den Lieferanten direkt ausgestattet, auf der anderen Seite von den Mitarbeitern zur Befüllung der Fahrzeuge betreten werden kann. Ohnehin sei die Trennung zwischen sterilem und unsterilem Bereich der Wache komfortabel möglich.

Ampel automatisch auf Rot

Insgesamt werden zwei Rettungswagen und drei Krankenwagen an der neuen Wache stationiert. Zum ersten Mal in Mittelhessen wird an dem neuen Standort rund um die Uhr auch ein Krankenwagen zur Verfügung stehen, um Patienten zu transportieren, die nicht als Notfall gelten. "Auch die Lage ist für uns perfekt. Über den Gießener Ring sind ganz viele Teile des Landkreises sehr gut erreichbar", sagt Schulte-Lünzum.

Eine Besonderheit ist auch die Ampelbeeinflussungsanlage, die allein 40 000 Euro gekostet habe. Im Alarmfall regelt sie, dass die Rettungsfahrzeuge auf der Kreuzung im Schiffenberger Tal Vorrang haben. Dies sei für die Stadt eine Herausforderung gewesen.

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