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Mit Sprühkreide gegen den Paragrafen 218.

Paragraph 218

»Aufklärung statt Zwang«

  • VonKim Luisa Engel
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Gießen (keh). Auch der strömende Regen konnte sie nicht aufhalten. Am Mittwoch trafen sich Katharina Dietz von der Beratungsstelle »pro familia« und Meike Pinkernell vom städtischen Frauenbüro zu einer Aktion im Seltersweg. Das Das Thema: »Schwangerschaftsabbruch - Recht statt Verurteilung«.

»150 Jahre Kriminalisierung sind genug!«, fordert das Plakatmotiv der Kampagne, das die beiden Frauen mit pink- und orangefarbener Sprühkreide rund um den Kugelbrunnen aufbrachten. Unter dem Slogan befindet sich, eingekreist, die Zahl »§ 218«. Dietz, die bei »pro familia« als Sexualpädagogin arbeitet, erklärt, was sich hinter Paragraph 218 verbirgt. »Kern der Sache ist: Der Schwangerschaftsabbruch ist unter § 218 im Strafgesetzbuch zu finden.«

Dadurch würden Abtreibungen kriminalisiert werden. Mit der bundesweiten Aktion am Mittwoch fordern daher alle »pro familia«-Stellen die ersatzlose Streichung des Paragraphen. »Der Gehört dort raus«, sagt auch Dietz. Zudem soll eine Beratung, die vor einer Abtreibung bislang Pflicht ist, freiwillig werden.

»Wir brauchen mehr Aufklärung, Begleitung und Unterstützung statt Zwang und Kontrolle«, meint Dietz. Natürlich sei der Schwangerschaftsabbruch ein sensibles, jedoch kein kriminelles Thema. Neben dem Kugelbrunnen machten die Frauen auch am Elefantenklo und am Berliner Platz halt, um ihre Botschaft zu verbreiten.

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