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Der Entwurf zeigt, wie das neue Vereinsheim der DLRG an der Lahn aussehen soll.

DLRG Gießen

Aufbruchstimmung nach dem Großbrand

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Vor fast drei Jahren brannte das Vereinsheim der DLRG Gießen ab. Mit dem Spatenstich für den Neubau des Gebäudes will die Organisation nun nach vorne blicken.

Der 7. Januar 2017 wird als schwarzer Tag in die Geschichte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Gießen eingehen. Das Vereinsheim am Uferweg brannte bis auf die Grundmauern nieder. Grund war ein Schwelbrand, der bei Handwerkerarbeiten entstanden war. Der Schaden belief sich auf eine Millionen Euro. Vielleicht wird aber auch der 11. Oktober 2019 einen Platz in den Jahrbüchern der DLRG Gießen finden. Denn am späten Freitagnachmittag feierte die ehrenamtlich arbeitende Rettungsorganisation den Spatenstich für das neue Vereinsheim.

Der Wiederaufbau ist ein Mammutprojekt. 3,25 Millionen Euro soll das neue Vereinsdomizil kosten; fertiggestellt sein soll es in zwölf bis 14 Monaten - wenn alles glatt läuft. Optisch erinnert das Gebäude an ein Schiff. Auf drei Etagen mit insgesamt 1500 Quadratmetern Nutzfläche sind neben der DLRG selbst der Tanzclub Rot-Weiß und eine Gaststätte mit an Bord. Die Frage nach dem zukünftigen Pächter ist wegen eines Rechtstreits mit dem vorherigen Gastronom noch in der Schwebe.

Der Vorsitzenden der DLRG Gießen, Alexander Sack, schilderte in seinem Grußwort, warum es bis zum Spatenstich so lange dauern konnte. "Zunächst der Umzug zum Waldsportplatz in unser Interimsvereinsheim und die Untersuchung der Brandursache, Sichern unseres Materials, Gespräche mit Versicherung, Polizei und Feuerwehr", sagte er. Dann der erste Entwurf für das neue Vereinsheim, die Diskussion und die Absage des Architekten. Der Vorschlag eines anderen Architekten sei schließlich angenommen worden. Dann die Diskussion mit der Versicherung, der Teilabriss und nach statischer und wirtschaftlicher Betrachtung der Gesamtabriss. Das alles habe "viel Zeit und manchmal auch Nerven gekostet", betonte Sack. Nebenher hätten die DLRG-Mitglieder Wachdienste, 24-Stunden-Schwimmen und Einsätze. Kinder-, Erwachsenen- und Rettungsschwimmausbildung sowie Jugendarbeit geleistet. Stolz sei er, dass seit dem Brand die Mitgliederzahl um 100 gestiegen sei. Sack dankte der Stadt, Unternehmen, Organisationen und den Mitgliedern für deren Unterstützung.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sagte in ihrem Grußwort, die DLRG Gießen und deren Vorstand seien nach dem Brand nicht in Schockstarre verfallen, sondern hätten nach vorne geschaut. "Das zeigt Ihre Einsatzfreude", sagte sie. "Sie sind immer da, wenn Sie gebraucht werden." Auch Grabe-Bolz unterstrich, dass die DLRG nicht nur den Wiederaufbau in die Wege leite, sondern parallel dazu auch die normale Vereinsarbeit nicht vernachlässige. "Darauf können Sie stolz sein", betonte die Gießener Oberbürgermeisterin. Die Lahn habe in der jüngeren Vergangenheit an Attraktivität gewonnen. Sie hoffe, sagte die OB, dass auch das Gebäude der DLRG ein "Hingucker" werde.

Weitere Grußworte hielten die Vertreter diverser Hilfsorganisationen und der Politik.

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