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Auch industrieller Standard ist möglich

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Eröffnung mit Prof. Jochen Frey (2.v.r.), den Gründern von Fisego und dem Team des Zentrums. © Red

Gießen (pm). Die Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) hat ein 3D-Druck-Zentrum eröffnet. Es besteht aus einem Praxisraum mit Druckern und einem Schulungsraum mit Rechnern. Jeder Hochschulangehörige ist nutzungsberechtigt. Der Aufbau wurde unter anderem durch 300 000 Euro aus dem Projekt »Freiraum 2022« der »Stiftung Innovation in der Hochschule« finanziert, »Wir haben unser eigenes Buchungssystem«, erklärte Marc André Aghili Pour, der das Zentrum zusammen mit Christopher Butka betreut.

Online können der Terminplan eingesehen und Angebote gebucht werden. Diese reichen von der Beratung über eine Schulung bis hin zur offenen Werkstatt. Die Schulungen werden ab Februar für jeweils 20 Personen durchgeführt. Insgesamt verfügt die THM bereits über 135 Drucker.

Im Praxisraum gibt es verschiedene Drucker, die mit unterschiedlichen Materialien und Verfahren arbeiten. Butka stellte sie mit ihren individuellen Eigenschaften vor. Die vergleichsweise einfachen Geräte arbeiten auf Basis von Filament. Die Großgeräte drucken beispielsweise mit Nylonpulver oder Harz. Sie dürfen nur unter Aufsicht genutzt werden und entsprechen industriellem Standard. Zu einem offenen Bereich für die Studierenden erklärte Butka: »Hier sollen Projektarbeiten, Abschlussarbeiten und Forschungsprojekte entstehen«. Dafür stehen 20 Drucker zur Verfügung, die auf Kunststoff-Basis drucken. »Alle können selbstständig arbeiten, wir geben nur die Funktionsweise des Geräts mit und vermitteln eine gewisse Struktur«, sagte Butka. Es kann auch mal etwas getestet werden oder schiefgehen: Das Material wird an eine Recycling-Fabrik gesendet, dort wird es geschreddert und neu verarbeitet.

Ein großer Gewinn auch für Gründer: So sind Fisego, die mit ihrer Idee für selbstlöschende Steckdosen 2021 den Hessischen Gründerpreis gewannen, bereits Nutzer. Sophia Reiter berichtete über die Vorteile der Zusammenarbeit: »Man hat an diesem Tisch eine Idee und kann dort hinten parallel so viel drucken, wie nötig ist.« Hochwertige Prototypen können so mit geringem Aufwand erstellt und einfach abgewandelt werden. »Unsere Industriepartner sind etwas neidisch auf das, was wir hier machen. Die Zusammenarbeit mit der Hochschule bietet uns immense Möglichkeiten.« Etwas, das der für Forschung und Transfer zuständige Vizepräsident Prof. Jochen Frey gerne hörte: »Ich freue mich sehr, dass wir das für die THM geschaffen haben.«

»Wir gehen fest davon aus, dass es von allen Fachbereichen und Studierenden gut angenommen wird, ebenso von den Gründern«, sagte Dr. Iris Stallkamp, stellvertretende Leiterin des Referats Transfer. Ähnlich äußerte sich THM-Präsident Prof. Matthias Willems.

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