Eine Ampulle mit Corona-Impfstoff von AstraZeneca wird beim Impfstart beschriftet.
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Eine Ampulle mit Corona-Impfstoff von AstraZeneca wird beim Impfstart beschriftet. (Symbolbild)

1660 Dosen

AstraZeneca im Uniklinik Gießen „auf Halde“: Etlichen Anrufern unterläuft Fehler

  • Marc Schäfer
    vonMarc Schäfer
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Ab sofort dürfen alle Mitarbeitenden am Gießener Uniklinikum geimpft werden. 1660 Dosen AstraZeneca-Impfstoff warten. Ein Großteil soll bis Mitte März weg sein.

Update vom Sonntag, 28.02.2021, 10.24 Uhr: Die Telefone am Universitätsklinikum Gießen-Marburg standen am Freitag nicht still. Nach der Berichterstattung (siehe unten), dass am Klinikum vom Impfstoff der Marke Astrazeneca „1660 Dosen auf Halde“ liegen, hatten sich beim UKGM viele Anrufer mit dem Wunsch gemeldet, mit einer dieser Dosen geimpft zu werden. Das erklärte UKGM-Sprecher Frank Steibli.

Offenbar hatten die Anrufer überlesen, dass sich das Impfangebot nur an Krankenhausmitarbeiter richtet. Denn nur die sind vom Land Hessen in die zweite Priorisierungsgruppe aufgenommen worden. Aufgrund dieser Öffnung für alle Mitarbeiter geht das UKGM davon aus, bis Mitte März mindestens 1200 Dosen verimpfen zu können.

AstraZeneca: Uniklinik Gießen findet keine Abnehmer für Corona-Impfstoff

Erstmeldung vom Freitag, 26.02.2021, 07.20 Uhr: Gießen - Impfen oder nicht impfen? Das ist hier die Frage. Während es einige Gießener kaum erwarten können, endlich einen Impftermin vereinbaren zu dürfen, zögern andere, die es schon dürften. Auch, weil der derzeit unter anderem verwendete Impfstoff von AstraZeneca offenbar ein Imageproblem hat. Immer wieder wird über die geringere Wirksamkeit und die stärkeren Nebenwirkungen diskutiert.

Am Gießener Standort des Universitätsklinikums Gießen-Marburg lagerten am Donnerstag 1660 AstraZeneca-Impfdosen, ohne dass das Klinikum in den zuletzt zu impfenden Gruppen der Mitarbeitenden mit höchster und hoher Priorität weitere Abnehmer finden konnte. »Die Impfbereitschaft war in Gießen zu Beginn der Impfungen Ende Dezember 2020 hoch, sie nahm danach aber leider ab, insbesondere in den vergangenen zwei bis drei Wochen«; sagt Gunther K. Weiß, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Impfstoff von AstraZeneca: „Wir verstärken unsere Bemühungen, Vorbehalte gegen diesen Impfstoff zu entkräften“

Aufgrund der öffentlichen Debatte über den Impfstoff AstraZeneca habe man mehrfach Rundmails an Mitarbeitende verschickt. »Wir verstärken unsere Bemühungen, Vorbehalte gegen diesen Impfstoff zu entkräften, da auch dieser Impfstoff einen guten Schutz gegen Covid-19, insbesondere gegen schwere oder gar tödliche Verläufe, bietet«, erklärt Weiß.

Einem Bericht der Frankfuerter Rundschau (FR) zufolge hatte sich Weiß dieser Tage an das hessische Sozialministerium gewandt, um zu fragen, ob man mit den vorhandenen Dosen nun auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des UKGM ein Impfangebot machen könne. Am Mittwoch erreichte ihn die erhoffte Antwort der Landesregierung und der Hinweis, ab sofort ausnahmslos alle Beschäftigten impfen zu dürfen.

Neue Impfberechtigte aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst

Auch Mario Binsch, Leiter des Impfzentrums in Heuchelheim, bestätigte diese neue Vorgehensweise gegenüber dem UKGM und den anderen an die Covid-Versorgungsregion angeschlossenen Kliniken. Offiziell heißt es, dass Personen nun impfberechtigt sind, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind. Dazu zählen Therapeuten, Mitarbeiter der EDV, Haustechnik, Hauswirtschaft, Küche, Verwaltung, Sterilgutversorgung, Medizintechnik und Pforte.

Die Folge: Am UKGM in Gießen wurden seit Mittwoch laut Sprecher Frank Steibli in 24 Stunden rund 400 Impf-Termine fixiert, man habe die Kapazitäten bis Mitte März daraufhin von 600 auf 1200 Impfungen ausgebaut. Insgesamt wurden am UKGM in Gießen bisher 3750 Dosen Biontech sowie 950 Dosen AstraZeneca-Impfstoff verimpft.

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