Arbeiten und Lernen im virtuellen Klassenraum

Gießen (pd). Die pädagogische Arbeit mit elektronischen Medien ist heutzutage selbstverständlich. Rechner und Smartboards gehören vielerorts zum Schulalltag, und auch das Internet wird als Informationsquelle genutzt. Der "Unterrichtsraum mit Zukunft" war am Freitag Thema an der Herderschule.

Die könnte an der Herderschule "Moodle" heißen. Wie Gath berichtete, habe man diese Lösung ins Auge gefasst. Allerdings muss die Gesamtkonferenz bei ihrer Sitzung Mitte Februar noch zustimmen. Begonnen wurde die Präsentation mit einer anderen Lernplattform: "It's Learning". Michael Erdt stellte die kommerzielle Plattform vor, die vor allem in Norwegen sehr verbreitet ist. "Sie muss einfach sein", nannte der Fachlehrer ein wichtiges Kriterium für eine solche Plattform. Zudem müsse ein "externes Hosting" gewährleistet sein. Für die Gewährleistung des Grundbetriebs habe das Kollegium nämlich keine Zeit. "It's Learning" könne zahlreiche Funktionen im Schulbetrieb abdecken. Das reiche vom Aufgabenblatt für den Spanischkurs über die Auflistung von Wochenplänen und die Termine von Klassenarbeiten bis zum Multiple-Choice-Test. In Norwegen werde die Plattform sogar für Teilaufgaben im Zentralabitur genutzt. Als Vorteile nannte Erdt die hohe Verfügbarkeit, die einfache und schnelle Einstellung von Lerninhalten sowie Datensicherheit.

Hier dürfte einer der wenigen Nachteile von "Google Apps for Education" liegen. Die Daten der von Jonathan Muth vorgestellten Plattform werden von dem Internetkonzern katalogisiert. Dazu formulierte Schuldezernent Scherer "große Bedenken" seitens des Schulträgers. Oberstufenschüler Muth verwies auf die vielen Vorteile von "Google App". Dokumente und riesige Datenmengen können ohne großen Organisationsaufwand geordnet werden, Daten liegen nicht auf einer Festplatte, sondern im Internet. Per "G-Mail" sei es möglich, Mitschüler zur Arbeit an einem Dokument einzuladen. Vorteile seien die sofortige Verfügbarkeit, die große Sicherheit im Rahmen des Systems sowie der enorme Speicherplatz, bekräftigte Muth.

Die Lernplattform "Moodle" ist 2002 entstanden und wurde entwickelt von einem Australier, der Pädagogik und Informatik studiert hat. Weltweit sind 50 000 Teilnehmer in 200 Ländern registriert, berichtete Hermann-Josef Wehner. Der Lehrer lobte die hohe Verbreitung und die ständige Weiterentwicklung - momentan steht die an Weihnachten entwickelte Version 2.0 zur Verfügung. "Moodle" stelle den Nutzern "virtuelle Klassenräume" zur Verfügung. Die Möglichkeiten der Lernplattform erläuterte Wehner anhand einer Unterrichtseinheit zum Thema Quantenmechanik, Arbeitsmaterialien könnten als Lernpakete angelegt werden.

Er verwies auf ein Projekt des Amtes für Lehrerbildung (AfL) mit "Moodle", an dem 20 hessische Schulen teilnehmen, darunter auch die Herderschule. Für drei bis vier Bildungseinrichtungen bestehe noch die Möglichkeit, sich ebenfalls für das Projekt anzumelden, wandte sich Wehner an die Gäste aus anderen Schulen.

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