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Uwe Becker (3. v. l.) beim Brücke-Neujahrsempfang mit weiteren Gästen, darunter Oberbürgermeisterin Grabe-Bolz (2.v.l.).

Appell für Demokratie und Frieden

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Gießen(rge). Für Demokratie und ein friedliches Miteinander öffentlich einzustehen - das forderte Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker in seiner Ansprache beim Neujahrsempfang des Deutsch-Amerikanischen Klubs Gießen-Wetzlar "Die Brücke". Dabei blickte er auf aktuelle Entwicklungen, durch die Angst, Hass und Gewalt gegen Minderheiten, Andersdenkende und Fremde gesät werde. Als "Brücke"-Ehrengast und Antisemitismusbeauftragter des Landes läutete er mit seiner Rede die Feierlichkeiten zum 70-jährigen "Brücke"-Geburtstag ein.

Neben Becker waren mit Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Stadtverordnetenvorsteher Frank Walter Schmidt, der Wetzlarer Stadträtin Barbara Keiner sowie Plamen Mavrov als Vertreter der Vereinigten Staaten und weltweit größten Auslandsvertretung, dem US-Generalkonsulat in Frankfurt, weitere bekannte Gäste gekommen.

Amerikaner Teil der Stadtgeschichte

"Brücke"-Präsident Roger Schmidt erinnerte an die amerikanischen und deutschen Frauen, die vor sieben Jahrzehnten den Klub gegründet und dabei die Brücke der Verständigung nach Jahren des Krieges beschritten hätten. Als "kleines Wunder" bezeichnete Oberbürgermeisterin Grabe-Bolz die "Brücke"-Gründung. Für die Deutschen sei die Westintegration wie ein "wärmendes Feuer" gewesen. Für viele Gießener bildeten der Alpine- und Woodland-Club und die PX am US-Depot erste persönliche Begegnungen mit den Amis und ihrer Kultur. Sie selbst verbinde die USA gedanklich bis heute mit dem ersten Erleben des süßen Geschmacks der Peanutbutter aus dem PX-Store in ihrer Jugend. Dass die Ausstellungstücke des ehemaligen Care-Museums im Stadtarchiv gesichert werden konnten, freue sie besonders, denn die US-Amerikaner gehörten zur Gießener Stadtgeschichte. "Wir müssen dafür einstehen, dass Verständnis, Gemeinschaft und ein gesellschaftliches Miteinander bestehen bleiben", sagte Becker auch mit Blick auf den bevorstehenden 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz. Die heutige Demokratie sei stabiler als in der Weimarer Republik. Von den Menschen wünsche er sich, auch für demokratische Werte und für Miteinander und Vielfalt einmal wöchentlich auf die Straße zu gehen.

"Die Brücke" als transatlantische Freundschaftsinitiative lebe dies seit ihrer Gründung 1950. Zur Freiheit, Stabilität und Sicherheit gehöre aber auch, dass Menschen ihren Kopf für Demokratie und Freiheit hinhalten, sagte er mit Blick auf die Soldaten von Bundeswehr und US-Army. Musikalisch stimmte der Chor Liederblüte Garbenteich unter Leitung von Philipp Langstroff auf das neue Jahr ein.

Weitere Termine im Jubiläumsjahr: Akademischer Abend am 8. Mai und Festabend zu Thanksgiving am 28. November. FOTO: RGE

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