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Scherbenmeer vorm Uni-Haupgebäude.

Polizei

Sicherheitsleute „hatten keine Chance“: Party-Exzess vor Uni-Hauptgebäude in Gießen

  • Kays Al-Khanak
    VonKays Al-Khanak
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Eine Party vor dem Uni-Hauptgebäude an der Ludwigstraße in Gießen läuft aus dem Ruder und ruft die Polizei auf den Plan. Anwohner sind verärgert und ratlos.

Gießen – Am Morgen danach besichtigen die Anwohnerinnen und Anwohner das Schlachtfeld. Denn danach sieht es am Sonntag (13.06.2021) vor dem Uni-Hauptgebäude an der Ludwigstraße aus: Scherben von zerbrochenen Flaschen, halb aufgegessenes Fastfood, leere Flaschen von Hochprozentigem, zerknüllte Plastikbecher, Zigarettenpäckchen und Dosen. Alles Hinterlassenschaften der vorangegangenen Partynacht auf dem Vorplatz. »So schlimm wie gestern war es noch nie«, sagt ein Anwohner am Sonntagmorgen bei einer spontanen Zusammenkunft vor Ort. Die Polizei hatte die Party nach zahlreichen Anrufen verärgerter Anwohnerinnen und Anwohner gegen 5 Uhr aufgelöst - mit einem großen Aufgebot von Einsatzkräften im Hintergrund.

Es war ja abzusehen: Mit den steigenden Temperaturen und der sinkenden Inzidenz füllen sich auch wieder die Biergärten in der Stadt - aber eben auch die Plätze wie vor dem Uni-Hauptgebäude. Seit Tagen versammeln sich dort nach Angaben der leidgeprüften Anwohnerinnen und Anwohnern abends immer wieder Menschen. Nur: In der Nacht von Samstag auf Sonntag muss es nach Aussagen von Augenzeugen eskaliert sein. »Laute Musik, Sprechchöre, eine aggressive Stimmung und fliegende Flaschen«, fasst ein Anwohner zusammen. »Wir sind fix und fertig.«

300 Feiernde bei Party vor Hauptgebäude der Uni Gießen

Die Polizei bestätigt am Sonntag, dass zahlreiche Anrufe eingegangen seien. Die Hilfesuchenden hätten von einer aufgeheizten Stimmung, exzessivem Feiern, fliegenden Flaschen und Schlägereien berichtet. Gegen 4 Uhr seien Einsatzkräfte zusammengezogen worden, um auf mögliche Aggressionen reagieren zu können. Gegen 4.50 Uhr seien die rund 300 vor dem Hauptgebäude befindlichen Feiernden durch Lautsprecherdurchsagen zum Gehen aufgefordert worden. Dem seien die Menschen friedlich nachgekommen. Um 5.15 Uhr, teilt die Polizei mit, sei der Platz schließlich menschenleer gewesen. Augenzeugen schätzen die maximale Anzahl der Personen in dieser Nacht auf 800 bis 1000.

Gießen: Anwohnerinnen und Anwohner ratlos nach Eskalation

Die Anwohnerinnen und Anwohner sind ratlos. Sie sagen, die Feiernden seien nicht einer bestimmten Gruppe zuzuordnen. Als der Uni-Vorplatz zum Treffpunkt wurde, waren es anfangs meist Studierende aus Gießen. Mittlerweile bietet sich ein vielschichtigeres Bild. Ein Anwohner berichtet, dass Menschen extra aus dem Umland nach Gießen fahren, um vorm Hauptgebäude Party zu machen. Bis 22 Uhr hätten Sicherheitsleute versucht, das auf dem Platz geltende Alkoholverbot durchzusetzen. »Sie hatten keine Chance.«

Am nächsten Morgen sind die Spuren der Nacht nicht bloß vor dem Hauptgebäude zu finden. Auch entlang der Ludwigstraße liegen Leergut, Müll und Scherben. Ein Mann trägt seinen Hund zum Gassigehen durch die Goethestraße. Er will nicht, dass sich das Tier an den Scherben verletzt.

Es ist das zweite Wochenende in Folge, an dem der Vorplatz der Uni Gießen Schlagzeilen macht. Vergangene Woche sorgte eine Schlägerei mit bis zu 30 Beteiligten für Furore – und Ermittlungen der Polizei.

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