Mit dem Auto auf der Lahn fahren - da halten die Schwäne besser Abstand. FOTO: SEG
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Mit dem Auto auf der Lahn fahren - da halten die Schwäne besser Abstand. FOTO: SEG

Anstrengender als gedacht

  • vonSebastian Schmidt
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Wenn man am Steg steht und die Tretboote bei Kanutours sieht, werden Kindheitserinnerungen wach. Mit den Eltern über einen See fahren und danach ein Eis essen, das hat wohl jeder einmal gemacht. Die sommerlichen Temperaturen bieten im Moment eine gute Gelegenheit, diese Erinnerungen aufzufrischen.

Wenn man bereit ist, die Kapitänsmütze aufzusetzen und den stürmischen Wellen der Lahn zu trotzen, steht man zuerst einmal vor der Qual der Wahl. Was für ein Boot soll es sein? Eine gelbe Ente, ein lilafarbener Flamingo, ein weißer Schwan oder ein blaues Auto? Klugerweise wählt man natürlich das Auto. Wegen des fehlenden Halses ist man damit windschnittiger. Das macht bei den hohen Geschwindigkeiten, die man beim Tretbootfahren erreicht, viel aus.

Auch wenn man dann ohne zu stolpern ins Boot kommt, kann man immer noch nasse Schuhe bekommen, weil der Fußraum voll Wasser steht. Nachdem man ablegt, gilt es aber erst einmal, sich zu orientieren. Am Klinkel’sche Wehr sollte man mit dem Tretboot nicht hinunterfahren - also heißt es flussaufwärts halten, gegen die Strömung. Dabei wird dann schon nach den ersten Minuten klar: So gut fühlt sich das in Knien und Beinen selbst für geübte Fahrradfahrer nicht an. Man drosselt also die Geschwindigkeit und betrachtet lieber entspannt die Umgebung. Da fällt einem zum ersten Mal auf, wie viel auf und an der Lahn los ist. Fahrradfahrer düsen vorbei, Sonnenanbeter liegen auf den Wiesen und nicht weniger als 13 Kanus und Tretboote sind auf dem Wasser.

In zehn Minuten schafft man es als ungeübtes Tretboot-Fahrer-Duo übrigens bis auf Höhe des Ski- und Kanu-Clubs. Und für den Weg zurück gibt es auch eine gute Nachricht: Diesmal fährt man mit der Strömung, somit ist es weniger anstrengend.

Während man sich abstrampelt, sieht man immer wieder Tretboote, in denen Kinder hinten sitzen und Eltern vorne treten. Dann wird einem auch klar, woher die eigenen guten Erinnerungen an das Tretbootfahren kommen. Man ist als Kind wahrscheinlich selbst mehr Passagier als Kapitän gewesen.

Ein letzter Tipp: Durch die ins Wasser hängenden Äste von Bäumen zu fahren, sieht nach einer witzigen Idee aus. Wenn die Kleidung danach aber voller Fluss-Siff und ekligem Schlamm ist, hält sich der Spaß in Grenzen. (seg)

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