Kriminalität

Anklage gegen Juwelierräuber im Seltersweg erhoben

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Im Falle des spektakulären Überfalls auf das Juweliergeschäft Goldmann im Seltersweg Ende Juli hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Den vier Beschuldigten drohen lange Haftstrafen.

Dramatische Szenen hatten sich am 29. Juni im Seltersweg abgespielt. Um kurz vor 11 Uhr waren vier maskierte Männer in das Juweliergeschäft eingedrungen, einer von ihnen hatte eine Waffe gezückt. Inhaber Samuel Gergin befand sich damals nicht im Laden, aber in unmittelbarer Nähe. Er hörte die Hilfeschreie. Während drei Räuber direkt in die erste Etage stürmten und Schmuck im Wert von etwa 100 000 Euro in ihre Taschen stopften, bedrohte der vierte Täter im Erdgeschoss eine Angestellte mit einer Waffe. Nachdem einige der unzähligen Passanten in der Fußgängerzone die Ladentür mit einer Krücke versperrt hatten und die Polizei eingetroffen war, ergaben sich die Täter. Sie hatten die Aussichtslosigkeit wohl erkannt.

Organisierte Kriminalität?

Zu den Hintergründen der Tat ist nicht viel bekannt. Nahe liegend sind Verbindungen zur Organisierten Kriminalität. Die Räuber hatten eine schussbereite Waffe sowie eine Schreckschusspistole dabei. Dass die vier Täter derart dilettantisch vorgegangen sind und sich vor Ort stellten, könnte bedeuten, dass sie von etwaigen Hintermännern zu "Testzwecken" nach Gießen geschickt worden waren. Erfahrungsgemäß würden diese Verbindungen in einer Verhandlung aber nicht zur Sprache kommen. Drei der vier Täter haben noch keine Angaben zum Tathergang gemacht. Dennoch dürfte es der Staatsanwaltschaft nicht schwerfallen, eine Tatbeteiligung nachzuweisen.

Seit ihrer Festnahme sitzen die Männer aus Serbien und Kroatien im Alter zwischen 33 und 38 Jahren in Untersuchungshaft. Der Tatvorwurf lautet auf besonders schweren Raub. Die Mindeststrafe dafür beträgt fünf Jahre. Ein Hauptverhandlungstermin wurde noch nicht bestimmt.

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