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»Angebot mit Vorbildcharakter«

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Von: Daniel Beise

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Der Hebammenberuf wird akademisiert. SYMBOLFOTO: DPA © Red

Gießen (bei). Dass die Hebammenausbildung bundesweit akademisiert wird, ist schon länger bekannt. Am Mittwoch informierte die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Bündnis 90/Die Grünen) zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der staatlichen Hochschulen des Landes über Ergebnisse aus ihren Gesprächen über die Akademisierung des Berufs.

Versorgungslage wird besser

Der Zeitplan werde eingehalten, sodass neben Fulda und Frankfurt sich auch in Gießen zum Wintersemester 2022/23 die ersten Studierenden für den Bachelor of Science einschreiben können. Die »enge Kooperation« zwischen den Hochschultypen und dem hiesigen Uniklinikum im Rahmen der Hebammen-Ausbildung sei ein »Angebot mit Vorbildcharakter und deutschlandweit einzigartig«, sagt Prof. Matthias Willems, Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen. Diese Zusammenarbeit zwischen Uni und praxisorientierter Hochschule habe zudem der Wissenschaftsrat empfohlen, betont Ministerin Dorn.

So könne die THM, unter deren Federführung der Studiengang organisiert wird, vieles aus dem Fachbereich Gesundheit wie Ökonomie und Informatik einbringen, während die JLU im Fachbereich Medizin Forschungskompetenz mitbringe, erläutert Willems. Neben dieser Interprofessionalität sei auch die interkulturelle Bildung für die medizinische Betreuung wichtig, ergänzt Prof. Verena Dolle, Vizepräsidentin der Justus-Liebig-Universität für Studium und Lehre.

Rund 30 Plätze werde es in Gießen für das duale Studium geben; hessenweit insgesamt mindestens 140 - und damit 20 mehr, als derzeit ausgebildet werden. Für die relativ angespannte Versorgungslage mit Hebammen im Land sei das eine »Erleichterung«, so Dorn auf Nachfrage. In Gießen sei die Versorgung »in Ordnung«, informiert Christiane Hinck-Kneip, kaufmännische Geschäftsführerin des UKGM in Gießen. Darüber hinaus betont sie, Geburtshilfe sei ohne Hebammen nicht denkbar.

Mit dem Schritt an die Hochschulen soll auch die gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung des Berufs gestärkt werden, sagt Ministerin Dorn. Sie seien heute schon »hervorragend ausgebildet« und die Verantwortung auf ihren Schultern sei »enorm«. Für die Ausbildung hat die Landesregierung bis 2027 rund 22 Millionen Euro eingeplant.

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