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Nawid Madjidian, Kai Derkow und Michael Delle (v. l.) haben vor zwei Jahren den Cocktail-Cateringservice »Ananas Express« gegründet. Nun mixen sie an vier Tagen in der Woche Drinks in der Weinbar »Drossel & Specht«.

Cocktails in Gießen

Gießen: Die „Ananas-Jungs“ kommen - Künftig Cocktails in der Bahnhofstraße

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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»Aus einer Schnapsidee wurde eine Idee mit reichlich Schnaps«, schreiben die »Ananas-Jungs« auf Facebook. Drei Freunde, die vor zwei Jahren mit ihrem Cocktail-Service »Ananas Express« durchstarten wollten. Dann kam Corona. Ab heute mixen sie wieder Drinks - in der Weinbar »Drossel & Specht«.

Gießen - »Der ›Ananas Express‹ nimmt endlich wieder Fahrt auf und findet einen Bahnhof«, verkünden die »Ananas-Jungs« Ende Mai auf Facebook. Ab heute um 18 Uhr mixen Michael Delle, Kai Derkow und Nawid Madjidian von mittwochs bis samstags selbst kreierte Cocktails - und zwar in der Weinbar »Drossel & Specht«, die neben dem »Gutburgerlich« und dem Café »Schwätzer & Söhne« zu dem Gießener Gastronomie-Unternehmen »GuteSöhne« gehört.

»Es ist ein Store-in-Store-Konzept«, erklärt Madjidian im Gespräch. Das heißt: Die »Ananas-Jungs« übernehmen als selbstständige Caterer das Abendgeschäft in der Bar; Weine gibt es natürlich weiterhin. Eine Kooperation zwischen Gastronomen und Caterern, die vor allem Service für Veranstaltungen anbieten. Warum nicht schon vorhandene Ressourcen teilen anstatt eigene Räume teuer zu mieten, so ihre Denke.

Cocktails in Gießen: Saisonal, regional und überraschend

»Uns werden in der Weinbar viele Freiheiten eingeräumt. Wir können uns gut vorstellen, das langfristig zu machen«, sagt Madjidian und fährt fort: »Wir verstehen uns gut mit den Jungs und Mädels von ›GuteSöhne‹ und haben eine ähnliche gastronomische Philosophie.«

Ihr Credo: Möglichst viel selbst machen. »Klar - den Schnaps kaufen wir ein. Aber unsere Sirups machen wir selbst, und Obst und Kräuter besorgen wir möglichst saisonal und regional«, erläutert der 30-jährige Barkeeper. So stehen jetzt auf ihrer Cocktail-Karte, die sie jahreszeitlich anpassen, zum Beispiel Drinks mit Erdbeeren, Rhabarber oder Holunder. »Und wir geben uns auch Mühe, alkoholfreie Getränke mit verschiedenen Geschmäckern zu kreieren, die man zusammengemixt noch nicht kennt.«

Dass das Trio außerdem einen Hobby-Gärtner im Team hat, kommt ihnen bei der Kreation zu Gute. Derkow (30) kenne sich gut mit Früchten und Kräutern aus, wie Madjidian erzählt, und habe zudem in der Gießener Bar »Who killed the pig« schon viel Gastro-Erfahrung gesammelt. Dort hat er auch Delle (31) kennengelernt - damals ebenfalls Barkeeper in dem Lokal. Delle ist außerdem Spielertrainer beim MTV Gießen; seit bald zehn Jahren kennen er und Madjidian sich übers gemeinsame Kicken.

Schon damals haben sie in der gemeinsamen WG mit Rezepten herumexperimentiert und gemerkt, dass sie »unfassbar viel Freude« daran haben. Und vor zwei Jahren, als die drei auf dem WG-Flohmarkt Studierende bewirtet und »sehr gutes Feedback« bekommen haben, haben sie sich gefragt: Kann man daraus nicht etwas machen?

Cocktails der »Ananas-Jungs« in Gießen: Die Leidenschaft zur Profession

Zum Start bekamen sie Unterstützung von verschiedenen Gastronomen. Beispielsweise von Mahmoud Khorshidi, der vergangenes Jahr seinen veganen Imbiss »Bärenstark« schließen musste. Auch bei Events in der »Pizza Wolke« oder im »Shepherds Coffee«, bei denen sie die Cocktail-Bar gemacht haben, konnten sie sich einen Namen machen.

Auch wenn sie die Corona-Krise »sehr ausgebremst« hat, »ist aus der Leidenschaft ein professioneller Ansatz geworden«, wie Madjidian sagt. So gehören nun auch Cocktail-Kurse zu ihrem Angebot, die sie bald an einer richtigen Theke geben wollen. Und wer weiß - vielleicht schenken sie irgendwann doch in der eigenen Bar aus.

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