Alte Post: Jetzt geht es los

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"Sie können sich gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich freue." Strahlend blickt Kai Laumann in die Runde, seine Gäste lächeln zurück. Nach über 25-jährigem Leerstand mache die Sanierung der Alten Hauptpost quasi "die ganze Stadt" glücklich, sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz beim symbolischen ersten Spatenstich. Der kurze Festakt mit rund 20 Gästen war geprägt von wechselseitiger Dankbarkeit.

"Sie können sich gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich freue." Strahlend blickt Kai Laumann in die Runde, seine Gäste lächeln zurück. Nach über 25-jährigem Leerstand mache die Sanierung der Alten Hauptpost quasi "die ganze Stadt" glücklich, sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz beim symbolischen ersten Spatenstich. Der kurze Festakt mit rund 20 Gästen war geprägt von wechselseitiger Dankbarkeit.

"Ich möchte noch vor Weihnachten den Richtspruch halten", gab Laumann als ehrgeiziges Ziel vor. Der Zimmermann und Investor präsentierte ein Modell, das er vor drei Jahren habe bauen lassen. Seinen Traum, neben dem Denkmal einen Turm in Höhe des ehemaligen Fernmeldeamts aus Holz zu bauen, müsse er "vielleicht an anderer Stelle" verwirklichen. Seine Erfahrungen mit der Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten seien rundum positiv gewesen, auch wenn er die Zuständigkeiten erst einmal lernen musste: "Man kriegt ein Gefühl dafür, wie viele Rädchen zusammenpassen müssen. Es ist echt super, wie das gelaufen ist. Alle waren voll auf ›Go‹. Es hat Spaß gemacht." Erst im September 2018 hatte Laumann das Areal erworben, nachdem das Frankfurter Unternehmen "aktiengesellschaft allgemeine anlageverwaltung a.a.a." eine Rücktrittsoption gezogen hatte.

Im Rathaus "alle auf ›Go‹"

Den "unternehmerischen Mut" des Wettenbergers und die Zusammenarbeit mit heimischen Partnern hob Bürgermeister Peter Neidel (CDU) hervor. Das vereinte Vorbereiten einer Zwangsenteignung durch Politik und der Stadtverwaltung sowie der Druck durch die Bürgerinitiative hätten ebenfalls dazu beigetragen, dass die Familie Shobeiri sich nach "Jahrzehnten des Niedergangs" zum Verkauf entschloss. Die Stadt wolle der Wirtschaft im Vordergebäude den gewünschten Biergarten ermöglichen. Die Sanierung bedeute eine Aufwertung des gesamten Viertels. Über den "nächsten Schritt einer Erfolgsgeschichte" freute sich OB Grabe-Bolz (SPD). Laumann erweise sich als "Gestalter und Macher", der mit "Riesenmeilenstiefeln" vorwärtsstrebe. Große Teile der Bevölkerung hätten den Verfall des Denkmals mit Sorge und Wut verfolgt.

Laumann wies darauf hin, dass noch 1800 Quadratmeter Fläche – unter anderem für eine Bar – zu haben sind. Bereits begrüßen konnte er Vertreter zweier künftiger Hauptmieter, die er in den vergangenen Wochen öffentlich vorgestellt hatte: Das schwedische Unternehmen Klarna wird seinen Mittelhessen-Sitz von Linden in die Gießener Bahnhofstraße verlegen. Der international tätige Zahlungsanbieter im Bereich E-Commerce will im Sommer des nächsten Jahres 4000 Quadratmeter im rückwärtigen Telegrafenamt und dem fünfstöckigen Neubau daneben beziehen. Bis zu 300 Arbeitsplätze entstehen dort. Die Bitburger/Licher Brauerei plant in dem markanten roten Sandsteingebäude direkt an der Straße eine rustikale Wirtschaft im bayerisch anmutenden Brauhausstil. Sie soll das gesamte Erdgeschoss mit rund 700 Quadratmetern umfassen. Parkplätze für das Objekt sollen im benachbarten Parkhaus angemietet werden.

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