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Markus Barbir und Tanja Klein gehen zu den Treffpunkten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Als Streetworker unterwegs

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Gießen (pm). Seit über 20 Jahren ist die Aufsuchende Jugendsozialarbeit (AJS) eine feste Institution in der Jugendhilfe der Stadt Gießen. Mit dem Jahreswechsel ging dort nun auch ein Personalwechsel einher. Markus Barbir ist das neue Gesicht in der AJS.

Der Sozialarbeiter bringt nicht nur frischen Wind, sondern auch fundierte Erfahrungen in der Jugendarbeit mit. Seine letzten Berufsjahre verbrachte Barbir in der stationären Jugendhilfe. In einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Geflüchtete und junge Menschen mit psychischer Erkrankung war er dafür zuständig, Jugendliche bei ihrer Verselbstständigung zu unterstützen und auf das Leben außerhalb des Hilfesystems vorzubereiten.

Auch in der mobilen Jugendarbeit sammelte Barbir bereits Erfahrungen. Mehrere Jahre war er im Projekt Jugend@Nordpol und im Jugendzentrum Holzwurm in der Gießener Nordstadt tätig.

Begegnung auf Augenhöhe

»Die Arbeit mit jungen Menschen liegt mir«; sagt Barbir. Eine Begegnung mit Jugendlichen auf Augenhöhe ist für ihn elementar. »Ich mag es, Jugendliche über einen langen Zeitraum begleiten zu können. So entstehen vertrauensvolle und tragfähige Beziehungen, die etwas bewirken können.« Der 28-Jährige ist selbst Gießener, hat seine Jugend hier verbracht und an der Justus-Liebig-Universität studiert.

Gemeinsam mit jungen Menschen ihre Lebenssituation verbessern - das ist der zentrale Auftrag der Aufsuchenden Jugendsozialarbeit. Zusammen mit seiner Kollegin Tanja Klein besucht Barbir Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 27 Jahren an ihren Treffpunkten im öffentlichen Raum. Durch einen methodischen Mix aus Streetwork, Gruppenarbeit, Beratung und Gemeinwesenarbeit gestalten sie die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen.

»Die Unterstützungsbedarfe sind dabei ganz individuell«, berichtet Stadträtin Gerda Weigel-Greilich. »Wir helfen bei der Wohnungssuche, schreiben gemeinsam mit jungen Menschen Bewerbungen, geben Orientierung im Behördendschungel und stehen jungen Menschen in Krisen zur Seite.«

Im Rahmen der Gruppenarbeit unterstützt die AJS Jugendcliquen bei der Umsetzung von eigenen Projekten. So wird beispielsweise im Rahmen eines Jugendforums aktuell an einer Erweiterung des Skateparks gearbeitet.

Corona hat den Arbeitsalltag der AJS verändert. Die Kontaktarbeit auf der Straße ist aktuell nur eingeschränkt möglich. »Wir hoffen, dass wir im Frühjahr wieder durchstarten können«, sagt Sozialpädagogin Tanja Klein. Dann will die AJS mit einem mobilen Tischkicker an öffentlichen Orten unterwegs sein, das neu entwickelte CannaQuiz zur Cannabisprävention einführen und gemeinsam mit Gruppen Projektideen schmieden.

Das Beratungsangebot der AJS kann auch aktuell genutzt werden. Persönliche Beratungstermine können dienstags und donnerstags im Jugend- und Kulturzentrum Jokus, Ostanlage 25a, vereinbart werden unter Tel. 0641/306-25 09 und -2498 oder per E-Mail an ajs@giessen.de

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