Der Boulderwürfel ist vom Spitzbunker an der Hannah-Arendt-Straße an das Kletterzentrum in die Rödgener Straße umgezogen. Auch eine Slackline soll dort gebaut werden. FOTO: TA
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Der Boulderwürfel ist vom Spitzbunker an der Hannah-Arendt-Straße an das Kletterzentrum in die Rödgener Straße umgezogen. Auch eine Slackline soll dort gebaut werden. FOTO: TA

Alpenverein bleibt im Aufwind

  • Guido Tamme
    vonGuido Tamme
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Gießen(ta). Nach dem Tief mit der Abwahl des langjährigen Vorsitzenden im Herbst 2017 sieht sich der Gießener Alpenverein weiter im Aufwind. Das ehrenamtliche Engagement ist groß und vielfältig, Nachwuchssorgen hat die Sektion Gießen-Oberhessen nicht. Das zeigte sich daran, dass bei der Mitgliederversammlung am Mittwoch alle Posten besetzt und der Gesamtvorstand um fünf weitere (überwiegend junge) Mitstreiter aufgestockt werden konnte. Auch die Mitgliederzahl, die nach dem umstrittenen Bau der Kletterhalle und einigen Sonderumlagen vor drei Jahren auf knapp 2200 gesunken war, steigt und liegt derzeit bei knapp 2700. Zudem erfreut sich das DAV Kletter- und Boulderzentrum an der Rödgener Straße einer wachsenden Nachfrage.

Ein wenig Kummer bereitet dem Verein derzeit nur die Gießener Hütte in Kärnten. Schon kurz nach Saisonbeginn war Mitte Juli der obere Teil der Zufahrtsstraße bis zum Gößkarspeicher, von dem aus die Hütte in knapp anderthalb Stunden zu Fuß erreichbar ist, aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Die Autofahrer mussten deshalb weiter unten parken, wodurch sich der Gesamtaufstieg auf drei Stunden mit 1000 Höhenmeter verlängerte. Das ist wenig attraktiv: Die Besucherzahlen der Hütte waren deshalb massiv eingebrochen. Die sogenannten Krainerwände, die Geröll abhalten, sind inzwischen zwar repariert. Doch eine Wiederfreigabe der Straße für die Öffentlichkeit zur Sommersaison 2021 setzt voraus, dass zusammen mit zwei privaten Miteigentümern eine bisher fehlende Haftungsregelung für Besucher der Gießener Hütte sowie andere Nutzer getroffen wird.

1000 ehrenamtliche Arbeitsstunden

Dessen ungeachtet war das fünfköpfige Hüttenwart-Team zusammen mit handwerklich begabten Helfern wieder stark im Einsatz bei der Modernisierung des 45 Jahre alten Gebäudes und bei der Pflege des 25 Kilometer langen Wegenetzes in der Umgebung. Rund 1000 ehrenamtliche Arbeitsstunden werden jährlich rund um die auf 2215 Metern Höhe stehende Hütte geleistet, die dank der Zuschüsse des Dachverbands mit Gewinn betrieben werden kann.

Auch die Kletterhalle, die seit April von Salome Ryll zusammen mit einem ehrenamtlichen Kompetenzteam geführt wird, arbeitet weiter mit Gewinn. Das ist auch bitter nötig, damit die Sektion den für den Bau aufgenommen Millionenkredit des Deutschen Alpenverein weiter abstottern kann. Laut Schatzmeisterin Gabriele Nicolai ist aus dem im Vorjahr eingeplanten Minus von 90 000 Euro in der Vereinskasse ein Plus von 27 000 Euro geworden. Auch für das laufende Jahr rechnet sie wieder mit einem Überschuss, zumal dank einer Finanzspritze des Bundes die zweimonatige Corona-Zwangsschließung der Kletterhalle keine nennenswerten Einbußen verursacht hat.

Reibungslos vonstatten gingen die Vorstandswahlen: Vorsitzender Dr. Ulrich Schlör, 2. Vorsitzende Ute Wächter-Pahl, Jugendreferent Bastian Bernhardt und die Schatzmeisterin wurden nahezu einstimmig bestätigt. Als Schriftführer in den geschäftsführenden Vorstand aufgerückt ist der bisherige Pressewart Guido Tamme; Vorgängerin Annette Artelt hatte auf eine Wiederwahl verzichtet. Bis 2021 gewählt ist der 3. Vorsitzende Klaus Ehgart. Fünf der nun 14 Beisitzer sind neu: Beatrice Merz (Ausbildungsreferentin und Tourenleitung), Simone Paukstat (Sportklettern), Thomas Zwick (IT), Marlene Hartmann (Jugend) und Torben Harz (Kindeswohl). Wiedergewählt wurden Jens Agel (Hüttenwartteam), Dr. Dieter Stöhr (Controlling), Hartmut Rogge-Al Heteilah (Redaktionsteam), Thomas Berghöfer (Hochtouren), Silvia Picheta (Familienfreizeiten) sowie Wolfgang Horstmann und Jürgen Kühr (Klettern mit Flüchtlingen). Noch bis 2021 gewählt ist Joachim Sayn (Routenbau). Der Ehrenrat wurde ergänzt: Werner Müller ist Nachfolger des ausgeschiedenen Volker Dietz-

Wegen abzuführender neuer Gebühren an DAV-Dachverband wurden die Jahresbeiträge entsprechend erhöht. Vollmitglieder zahlen nun 74 statt 70 Euro, Kinder und Jugendliche 25 statt 24 Euro. Die Aufnahmegebühr der Sektion wurde von 40 auf 10 Euro gesenkt, um Vereinseintritte zu fördern.

Sechs Jubilare halten dem Alpenverein seit 40 Jahren die Treue und nahmen ihre Ehrenurkunden persönlich entgegen: Horst Adelmann, Peter Güttner, Gertrud Mothes, Thomas Rotte, Horst Volkmann und Matthias Volkmann.

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