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Zeigt her die Füße: Dr. Evangelos Rikas, Prof. Markus Rickert und Dr. Dirk Stolz.

Alles für die Füße

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Sie haben 26 Knochen und sind hochkomplex. Unsere Füße tragen uns durchs Leben, doch wir kümmern uns erst dann richtig um sie, wenn sie Ärger machen. Oft ist es nicht leicht, die ideale Therapie für schmerzende Füße zu finden. In der "Fußsprechstunde" des Klinikums stehen die Chancen dafür gut.

Sie werden Tag für Tag in Turnschuhe, Highheels, Hausschuhe oder Sandalen gesteckt - je nachdem, was der Mensch für Aktivitäten plant. Welche Leistungen Füße vollbringen, wird vielen erst klar, wenn sich Beschwerden einstellen. Der Weg zur Heilung ist meist mühsam; die Diagnostik ist aufwendig und die Einschätzung der behandelnden Ärzte unterschiedlich. Hoffnung für Patienten, deren Lebensqualität durch Schmerzen im Fuß eingeschränkt ist, machen die Orthopäden des Uniklinikums. Dr. Dirk Stolz und Dr. Evangelos Rikas haben Zertifikate im Fachbereich Fußchirurgie erworben, die sie in die Lage versetzen, ein optimales Behandlungskonzept zu erstellen. "Wir haben es mit einem hochkomplexen Gebilde aus Knochen, Muskeln und Sehnen zu tun. Entsprechend kompliziert kann sich die Therapie gestalten", sagt Prof. Dr. Markus Rickert, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie. Er ist stolz auf die Kompetenz in den eigenen Reihen: "Die Zertifizierung durch die Deutsche Assoziation für Fuß- und Sprunggelenk ist bundesweit sehr hoch angesehen." Wer in die wöchentliche Fußsprechstunde kommt, muss nicht befürchten, dass die Chirurgen gleich zum Messer greifen. "Von 20 Patienten werden etwa zwei operiert, es gibt noch viele anderen wirksame Therapien", sagt Rickert. Medikamente, Physiotherapie, Schienen, Einlagen - diese klassischen Hilfsmittel kommen ebenso infrage wie kleine oder große operative Eingriffe. Ein Vorteil des Klinikums ist auch seine Interdisziplinarität, beschreibt Stolz. Da eng mit den Kollegen der Diabetologie, der Endokrinologie, der Ernährungsmedizin und anderen zusammengearbeitet werde, sei der Blick auf den gesamten Patienten und nicht nur ein "Teilproblem" gewährleistet. In der Orthopädie des Klinikums stellen sich viele Patienten vor, die bereits bei niedergelassenen Ärzten waren oder sogar mehrfach operiert worden sind. "Wir stehen aber grundsätzlich jedem offen", sagt Rikas. Für die wöchentliche Fußsprechstunde reicht eine Überweisung des Hausarztes.

Zu den häufigen Krankheitsbildern gehören der Hallux valgus, der Hallux rigidus und eine schmerzhafte Achillessehne. Beim Hallux valgus handelt es sich um eine Fehlstellung der Großzehe, die meistens durch Veranlagung entsteht und durch hochhackige und enge Schuhe verstärkt wird. Dabei weicht die Großzehe nach außen aus, wobei sich die Zugrichtung der Sehnen verändert und somit auch die Verlagerung der Großzehe verstärkt wird. Beim Hallux rigidus liegt eine fortgeschrittene Abnutzung (Arthrose) des Knorpels der Großzehenbasis und des Kopfes des Mittelfußes vor. Dabei kommt es durch das ständige Knochenreiben im Großzehengrundgelenk zu Schmerzen bei Belastung, bei fortgeschrittenen Stadien auch in Ruhe.

Über- und Fehlbelastung

Ursache der schmerzhaften Achillessehne ist eine Reizung im Ansatzbereich der Achillessehne am hinteren Teil der Ferse, die meist durch Überlastung und Fehlbelastung entsteht. Im weiteren Krankheitsverlauf kann sich eine Rissbildung in der Sehne entwickeln und zu einer Schleimbeutelentzündung führen. Während Probleme mit der Achillessehne in jedem Alter auftreten, machen Hallux valgus und Hallux rigidus häufig erst in fortgeschrittenen Alter Kummer.

Die Intensität der Schmerzen ist individuell. "Es gibt auch Arthrose-Patienten, die nahezu schmerzfrei sind", sagt Stolz. Beeinträchtigen die Schmerzen jedoch die Lebensqualität erheblich, komme eine OP in Betracht. Risikofaktor sei hierbei weniger das Alter an sich als eine instabile Konstitution des Patienten. Durchblutungsstörungen und Herzprobleme, aber auch Übergewicht und Rauchen seien für einen Eingriff und die Heilungsaussichten kontraproduktiv.

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