Ein Blick in den virtuellen Ausstellungsraum. FOTO: ZY
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Ein Blick in den virtuellen Ausstellungsraum. FOTO: ZY

Alles bio und digital

Gießen(zy). Es dürfte wenig überraschen, dass das diesjährige sechste Wissenschaftsfestival "Gießener Jugendliche forschen" der Corona-Pandemie zum Opfer fiel. Die Präsentation der vielen Projekte von 31 Schülern aus neun Schulen aus Stadt und Kreis Gießen konnte also nicht wie gewohnt in der Hermann-Hoffman-Akademie stattfinden. Zumindest nicht in der realen Welt. Doch alles halb so wild: Eine digitale Alternative wird bereits für Schulen sowie Schüler und ihre Angehörigen angeboten. Im Webbrowser können sie durch einen virtuellen Ausstellungsraum wandeln.

Die Hermann-Hoffman-Akademie - eine Einrichtung des Fachbereiches Biologie und Chemie der Justus-Liebig-Universität- versteht sich als Lernort mit vielen Praxisfeldern für junge Forscherinnen und Forscher. Für das Wissenschaftsfestival holt man sich hier auch Schüler ins Boot, mit denen die Studierenden wissenschaftliche Projekte erarbeiten. Dabei sollen sie Einblicke in das wissenschaftliche Handwerk und in Erkenntnisprozesse erhalten. Sechs Monate arbeiteten die Nachwuchsforscher an ihren selbst gewählten biologischen Themen. "Wir sind ganz begeistert von den Ergebnissen und freuen uns auf deren Präsentationen", gibt sich Projektkoordinatorin Hildegard Sicker zufrieden, trotz der pandemiebedingten Einschränkungen.

Bis 31. Januar

Die digitale Präsentation der Projekte macht die Internetplattform "Kunstmatrix.com" möglich. Sie spezialisiert sich auf die Darstellung von Ausstellungen, egal ob wissenschaftliche oder künstlerische Inhalte gezeigt werden sollen. Per Maus und Tastatur navigieren Nutzer hier durch den virtuellen Raum und können die Exponate mit all ihren Informationen unter die Lupe nehmen. Hat man sich per Link Zugang verschafft, erwartet das virtuelle Alter Ego dann etwa die Präsentation des Landgraf-Ludwig-Gymnasiums über "Plastik in der Biotonne?! Warum nicht?" oder die "Einrichtung eines Aquariums und Beobachtung von Zebrabuntbarschen". Die Gesamtschule Gießen Ost beschäftigte sich mit dem Thema "Insekten als Ernährung der Zukunft", während sich die Liebigschule Gießen mit "Hydroponik als eine Alternative zum Gartenbau" und der vollautomatischen Belüftung eines Gewächshauses beschäftigt hat. An den "Pixelwänden" beim digitalen Rundgang finden sich dann die jeweiligen bebilderten und vertonten Präsentationen der Schülerteams.

Die digitale Ausstellung wird noch bis zum 31. Januar 2021 online zu sehen sein. Projektleiter Hans-Peter Ziemek vom Institut für Biologiedidaktik spricht - trotz der Einschränkungen durch die Pandemie - von einem "großen Erfolg" des Festivals. "Wir waren zum einen coronakonform, zum anderen sind aber auch sehr gute Ergebnisse bei den Projekten herausgekommen." Eine Leistungsbewertung mit Preisverleihung wird es dieses Jahr nicht geben. "Im Anschluss an die Ausstellung werden die Kinder mit unseren Science-Coaches Videokonferenzen abhalten und Feedback zum Projekt erhalten", sagt Sicker.

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