Allendorf will Vorbild sein

  • schließen

Allendorf(pm). Über 30 Interessierte besuchten die Informationsveranstaltung des SPD-Ortsvereins zum Thema "Was unternehmen die Stadt Gießen und die Stadtwerke, um den Klimawandel zu bremsen?" in Allendorf. Angesichts des im September gefassten Beschlusses des Stadtparlaments, dass Gießen bis 2035 klimaneutral sein soll, wies Ortsvorsteher Thomas Euler auf die bereits im Allendorfer Ortsbeirat gestarteten Klimaschutz-Initiativen, wie die geforderte Einrichtung einer E-Ladestelle an der Mehrzweckhalle, die Umwandlung der ehemaligen Kreisabfalldeponie in eine Wildblumenwiese und die Aufforstungsinitiative hin: "Nicht nur jede Stadt oder Gemeinde, sondern jede örtliche Gemeinschaft sollte etwas für die Verbindung des CO2-Ausstoßes, zur Einsparung von Energie und damit zum Klimaschutz beitragen. Allendorf möchte da gerne vorangehen und Vorbild sein", sagte er.

Da für die städtische Energieversorgung und den Personennahverkehr in Gießen die Stadtwerke zuständig sind, war deren Technischer Vorstand Matthias Funk als Referent eingeladen. Von ihm wollte man wissen, was die Stadtwerke zum Klimaschutz beitragen, und erfuhr, dass Gießen bei den Treibhausgasemissionen recht gut dastehe: Pro Kopf seien 7,4 Tonnen CO2 ermittelt worden. Hanau liege bei 10,9, Siegen bei 11,8, Marburg bei 13,4, Fulda bei 16,0 und Wetzlar bei 16,4 Tonnen CO2/e. Funk geht davon aus, dass der Energieverbrauch in der Stadt Gießen bis zum Jahr 2035 um 41,4 Prozent zurückgehen werde.

Altbauten machen Probleme

Die Stadtwerke arbeiteten schon viele Jahre an der Vernetzung von Blockheizkraftwerken. Die Abwärme, die bei der Energieproduktion entstehe, werde genutzt, um über Fernwärmeleitungen Haushalte zu versorgen. Auch würden die Allendorfer und die Kleinlindener Neubaugebiete bereits über ein Blockheizkraftwerk in der Brüder-Grimm-Schule mit Fernwärme versorgt. Zudem werde stetig mehr Strom durch die Stadtwerke selbst produziert. Dies seien zurzeit 185 497 000 Kilowattstunden von einer benötigten Netzmenge von ca. 350 000 000 kWh.

Beim Wärmebedarf der Wohngebäude sei festzustellen, dass Neubauten im Grunde kein Problem darstellten, die schlecht wärmegedämmten Altbauten der Nachkriegsjahre hingegen sehr wohl. Hier würde - soweit ein Anschluss an ein Fernwärmenetz nicht möglich ist - der Einbau von Brennwerttechnik mit Solarthermie empfohlen und von den Stadtwerken unterstützt. Was die Mobilität angehe, seien viele weitere E-Ladestellen im Stadtgebiet geplant. Die Fahrzeugflotte der Stadtwerke bestehe zu 100 Prozent aus erdgasgetriebenen bzw. mit Biomethan betriebenen Bussen, was zurzeit die ökologisch und ökonomisch sinnvollste Antriebstechnik sei. Elektrisch betriebene Busse scheiterten zurzeit an den schweren Batterieeinheiten und bezüglich der Nutzung von Wasserstoffbrennstoffzellen müsse die technische Entwiscklung abgewartet werden.

Wolfgang Sahmland ergänzte, dass die Gießener Stadtwerke bereits weitere Initiativen auf den Weg gebracht hätten, und nannte die Erdgasfahrzeugförderung, das Controlling der städtischen Liegenschaften bezüglich des Energieverbrauches und dessen Einsparung, die Unterstützung der Stadtwerke beim Bau von privaten Fotovoltaikanlagen sowie die immer besser werdende Ausnutzung der Energie und des Wasserverbrauches in den städtischen Bädern. Auch habe die Stadt Gießen durch die Umstellung der Straßenbeleuchtung aus LED-Technik nicht nur Geld gespart, sondern auch deutlich die CO2-Emmission reduziert.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare