Das Gelände mit den eigens hergerichteten Ständen. FOTO: ZY
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Das Gelände mit den eigens hergerichteten Ständen. FOTO: ZY

Mit allen Sinnen genießen

Gießen(zy). "Diese Veranstaltung ist die erste ihrer Art in Gießen", sagte Petra Bröckmann, Pressewartin des Obst- und Gartenbauvereins Wieseck, vor dem "Tag des Apfels" in den Hardtgärten zwischen Gießen und Heuchelheim. Zusammen mit der Streuobstwiesen AG der Stadt Gießen und der Gesellschaft für Integration, Jugend und Berufsbildung (IJB) organisierte der Verein das bunte Spektakel und informierte über seine Arbeit.

Die IJB hatte vorher das trostlose Gelände der ehemaligen Baufirma Schneider aufgeräumt, begrünt und im wahrsten Sinne des Wortes erblühen lassen. Eine Fotogalerie in einer Art Lagerhalle dokumentierte den Verschönerungsprozess: Wo früher Schotter den Boden bedeckte, entstand eine Wiese. Herumliegender Bauschutt wurde eingesammelt und entsorgt, und um einen alten Apfelbaum herum wurde eine Ruheanlage mit Holzarbeiten, Sitzgelegenheiten und Spielgeräten errichtet. Überall blüht und duftet es nun. Bei Führungen wurde der entstandene Phoenix aus der Asche den Besuchern vorgestellt, auch gingen einige selbst auf einen Erkundungsrundgang.

Wer den Hardthof betreten wollte, musste zunächst das Corona-Kontaktformular ausfüllen und dann einen der 250 bemalten Steine nehmen und beim Verlassen wieder abgeben. Der Zugang zur Gartenshow war nämlich auf 250 Personen mit Maskenschutz beschränkt. Nach den Sicherheitsvorkehrungen hieß es dann bei strahlendem Sonnenschein mit allen Sinnen genießen. Bei den Ständen der Baumschulen Rinn und Engelhardt konnte man die Farbenpracht verschiedener blühender Pflanzen bewundern und sie beschnuppern, während glückliche Bienen ihrer Arbeit nachgingen.

Wer wissen wollte, welche Apfelsorten im eigenen Garten wachsen, konnte Rat beim Pomologen Stefan Kahl bekommen, sofern man ihm eine Probenfrucht vom heimischen Baum vorlegen konnte. Info-Stände hatten der BUND Kreisverein Gießen, der Verein für Natur- und Vogelschutz Villingen mit seiner Nistkästenausstellung und die Gießener Arbeitsloseninitiative. Wie viele Apfelsorten es gibt, wurde an den meterlangen Tischen mit unzähligen Proben des Obst- und Gartenbauvereins Wieseck verdeutlicht: "Glockenapfel", "Jonagold", Deans Küchenapfel", "Schöner aus Nordhausen" oder "Roter Eiserapfel" - die Liste der Namen war so lang wie skurril. Weltweit gibt es rund 30 000 Arten, in Deutschland davon 2000.

Was daraus gemacht werden kann, zeigte die Kelterei Schmidt mit Geschmacksproben ihres Apfellikörs. Der Warthof Grünberg und der Untere Hardthof stellten ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse vor, und ein Schäfer erfreute die Besucher mit seinen tierischen Wollkneulen.

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