Wort zum Sonntag

Allein die Gnade

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Haben Sie auch einige Pfunde zugelegt in der Pandemie? Homeoffice, das Nichttreffen mit Freunden und bestenfalls einsame Spaziergänge im Wald. Sportstätten und Fitnesscenter geschlossen. Die allgemeine Situation drückt aufs Gemüt. Da gönne ich mir schon mal was Gutes, das der Lieferservice bringt. Da gibt es auch mal ein Stück Schokolade zu viel. Plötzlich kneift die Hose und mir wird bewusst:

Freund, Du musst was tun.

Da hilft kein Glaube, da hilft kein Hoffen, da hilft nur noch Selbstdisziplin und harte Arbeit. Denn wie überall ist der Erfolg nur mit Schweiß zu erlangen. Und selbstverständlich übertragen wir diese nur zu menschliche Erfahrung auch auf unsere Gottesbeziehung. Auch hier muss doch gelten, dass wir zu unserer Rettung beitragen können, dass Gott unseren guten Willen anerkennt, dass, wer immer strebend sich bemüht, erlöst wird.

Im Wochenspruch fasst der Apostel aber die ganz andere Messlatte Gottes, die uns in der biblischen Botschaft von Anfang bis Ende anspricht, zusammen: Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es (Epheser 2,8).

Die Rettung aus allem menschlichen Elend, Not, Sünde, Tod ist nicht mit Leistung zu erbringen. Aus unserem Sein zum Tode können wir uns eben nicht selbst retten. Daraus rettet nur Gott. Und das geschieht aus Liebe. Die kann man nicht erarbeiten, verdienen. Die gibt es immer grund- und kostenlos.

Das Einzige, was wir erbringen dürfen, ist, dieser Liebe Gottes zu glauben. Es ist keine Leistung, sich als Ertrinkender den Rettungsring zuwerfen zu lassen. Selbstoptimierung versagt. Da bleibt allein, aus Dankbarkeit den Willen Gottes zu leben, seine Liebe mit Nächstenliebe beantworten.

Peter Willared, Pfarrer der Ev. Stephanusgemeinde Gießen

Diese Andacht ist auch im YouTube-Kanal »Giessen Evangelisch« als Videobeitrag zu sehen.

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