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Gießen: Alle wollen Tafel helfen

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Von: Burkhard Möller

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Die Gießener Tafel soll von der Stadt und dem Landkreis finanziell unterstützt werden. FOTO: GIESSENER TAFEL © Red

Einigkeit in der Sache bedeutet nicht automatisch, dass über ein Thema im Stadtparlament nicht gestritten wird. Dies zeigte einmal mehr in der Sitzung am Donnerstagabend die Diskussion über die Unterstützung für die mit Raum- und Finanzproblemen kämpfende Gießener Tafel.

Gießen - Von ganz links bis ganz rechts herrschte große Einigkeit, dass die weitgehend ehrenamtlich organisierte Lebensmittelausgabe für tausende bedürftige Gießener Haushalte mit einem Zuschuss in Höhe von 15 600 Euro in diesem Jahr unterstützt werden soll.

Für die Folgejahre solle der Magistrat eine »Verstetigung« dieser Zuwendung sicherstellen und Gespräche mit dem Sozialhilfeträger Landkreis führen, heißt es in dem Beschluss, der von den Koalitionsfraktionen Grüne, SPD und Gießener Linke beantragt worden war, nachdem zuvor die CDU und Gigg/Volt Unterstützungsanträge gestellt hatten.

Kathrin Schmidt (CDU) stellte in ihrer Rede fest, dass die Koalitionspartei SPD erst tätig geworden sei, nachdem CDU und Gigg/Volt Anträge gestellt hätten. Erst die Hilferufe der Tafel und diese Anträge der Opposition hätten die Koalition »wachgerüttelt«.

»Peinliche Beweihräucherung«

Sozialdezernent Francesco Arman (Gießener Linke) und die SPD-Stadtverordnete Katarzyna Bandurka betonten die Notwendigkeit einer »schnellen und unkomplizierten Hilfe« für die Tafel in Trägerschaft der Diakonie. Arman appellierte an die Opposition, aus dem Thema »kein politisches Ding« zu machen. Die angesprochenen Gespräche mit dem Landkreis führe er schon.

Ein »politisches Ding« hat nach Wahrnehmung von CDU, FDP und Gigg/Volt freilich die Koalition ihrerseits aus dem Thema Tafel gemacht, als sie in ihrem Änderungsantrag Selbstlob für den eigenen Magistrat verteilte. Der befinde sich »bereits« in Gesprächen mit der Tafel und suche auch größere Räume für die Lebensmittelausgabe, die seit Jahren beengt in der Weststadt untergebracht ist.

Klaus Dieter Greilich (FDP) und Lutz Hiestermann (Gigg/Volt) sprachen von einer »peinlichen Selbstbeweihräucherung«. Den entsprechenden Passus in dem Antrag lehnte die Opposition ab. (mö)

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