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Warten am Flughafen der Gefühle (v. l.): Wolfgang Hofmann, Tanja Kuhn, Lars Peter und Claudia Krull. FOTO: MERZ

Airport der einsamen Herzen

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Tanja Kuhn heißt der kommende Star am Opernhimmel. Und dieser Star macht einen Abstecher ins Stadttheater. In dem Stück "Glaube.Liebe.Abschied" singt Kuhn das Solo "Die menschliche Stimme" von Francis Poulenc. Doch damit fängt am morgigen Samstag der Premierenabend erst an.

Muss man wegen einer einzigen jungen Frau ins Theater, auch noch in eine moderne Oper? Man muss! Tanja Kuhn heißt der kommende Star am deutschen Sängerhimmel. Beim Pressegespräch am Mittwoch im Stadttheater feierte sie Geburtstag. Und nein, man sollte das Alter von Damen nicht nennen, weshalb an dieser Stelle nur ihre Jugend erwähnt wird: Kuhn ist 32 Jahre jung. Und geprägt von dieser unbeschwerten Beseeltheit für ihren Beruf, die ohne Attitüde scheint, ohne Eitelkeiten und silbrigen Glamour, der den Etablierten in diesem Metier bisweilen anhaftet. Schon mehrfach sang Kuhn die Senta in Wagners "Fliegendem Holländer" - eine Spitzenpartie im Wortsinn. Längst steht fest: Hier brilliert eine unglaubliche Sopranistin.

Neben Kuhn darf ein weiterer Star am Stadttheater nicht fehlen: Regisseur Wolfgang Hofmann. Es ist seine mittlerweile achte Inszenierung am Berliner Platz. Gemeinsam mit dem musikalischen Leiter Florian Ludwig stellt er das Opern-Unikum "Glaube.Liebe.Abschied" auf die Bühne. Das Stück verbindet den Einakter "Die menschliche Stimme" von Francis Poulenc mit Werken von Bach, Bruckner, Haydn und Telemann zu einem berührenden Abend über Einsamkeit und die letzten Dinge. Premiere ist am morgigen Samstag um 19.30 Uhr im Großen Haus. Das Philharmonische Orchester Gießen, der Chor und weitere Solisten sind mit von der Partie.

Ort des Geschehens ist die Wartehalle eines Flughafens, die auf das Konto von Lars Peter (Bühne) und Claudia Krull (Kostüme) geht. Eine einsame junge Frau scheint hier gestrandet, ihr Lebensgefährte hat sie verlassen, nur das Telefon stellt noch eine Verbindung zu ihm her. Das ist der karge Ausgangspunkt von Poulencs 40-minütigem Einakter aus dem Jahr 1959, den Kuhn allein auf der Bühne bestreitet, ehe das Geschehen in eine von Hofmann und Ludwig erdachte humorvolle Fortsetzung mündet, die sich ums Fliegen, Hoffen und Glauben dreht. Bachs "Air" darf dabei nicht fehlen. Plötzlich kommen weitere einsame Seelen ans Licht: Stewardessen, Bodenpersonal, Reinigungskräfte, Geschäftsreisende…

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