Aetas brauchen wieder Hilfe

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Einige Leser werden sich vielleicht erinnern: 2004 wies der Gründer des Vereins Lotus Hilfsprogramme, der Gießener Heinrich Treutner, auf die dramatische Notlage eines Völkerstammes, den Ureinwohnern (Aetas) auf den Philippinen hin. Sie waren durch den Ausbruch des Vulkans Pinatubo ihrer Heimat beraubt und von der Regierung in ein unwegsames Berggelände verbracht worden. Das kleinwüchsige Stammvolk lebte dort in unvorstellbarer Armut. Der Chieftain des Volksstammes sagte damals, dass ein Wasserbüffel ("Carabow") helfen könnte, den fruchtbaren, aber sehr harten Boden zu bewirtschaften.

Einige Leser werden sich vielleicht erinnern: 2004 wies der Gründer des Vereins Lotus Hilfsprogramme, der Gießener Heinrich Treutner, auf die dramatische Notlage eines Völkerstammes, den Ureinwohnern (Aetas) auf den Philippinen hin. Sie waren durch den Ausbruch des Vulkans Pinatubo ihrer Heimat beraubt und von der Regierung in ein unwegsames Berggelände verbracht worden. Das kleinwüchsige Stammvolk lebte dort in unvorstellbarer Armut. Der Chieftain des Volksstammes sagte damals, dass ein Wasserbüffel ("Carabow") helfen könnte, den fruchtbaren, aber sehr harten Boden zu bewirtschaften.

Dank mehrerer Spendenaufrufe in den örtlichen Medien erhielten in den nächsten Jahren 59 Familien ein solches Tier. Fortan konnten die Familien durch Reis, Mais und andere Früchte ihrer Armut entfliehen. Wasserbüffel sind für die Aetas so wichtig wie Traktoren für unsere Landwirtschaft. Erst dann war es diesen körperlich kleinen, kraushaarigen Dschungelbewohnern wieder möglich, ihre kleinen Reisfelder zu bestellen. Auf ihren regelmäßigen Besuchen vor Ort fiel aber den Vorstandsmitgliedern von Lotus auf, dass immer weniger der Wasserbüffel zu sehen waren. Lange bestand der Verdacht, die Aetas hätten einige Tiere geschlachtet oder weiterverkauft. Was im Jahre 2012 zur Beendigung des Projekts führte.

Auf der Spur der Wasserbüffel

Bei seinem jüngsten Besuch ist der Laubacher Ralf Naujoks, Vorstandsmitglied von Lotus, dem Verbleib der Wasserbüffel nachgegangen. Dazu hat er kürzlich auch Aetas im Urwald besucht. Seine Nachforschungen ergaben, dass die fehlenden Tiere vermutlich gestohlen oder den Aetas abgepresst wurden. Einige Tiere wurden von den Besitzern nachweislich zur Sicherheit tiefer in den Urwald verbracht. Bei seinen Nachforschungen wurde Naujoks von international anerkannten Fachleuten, die engste Beziehungen zu den Aetas haben, unterstützt.

Für die Aetas, die als indigenes Volk in völligem Einklang mit der Natur leben, wird die Überlebenssituation immer schwieriger, da Minengesellschaften den Urwald, also den Lebensraum der Aetas, zunehmend abholzen, zerstören und mit dem Abbau von Bodenschätzen beginnen.

Zwar wurde den Aetas hier ein Gebiet von annähernd 30 000 Hektar als Schutzgebiet zugesprochen, jedoch halten sich internationale Investoren nicht daran und stehlen den Aetas ihr Land. Erst die Regierung Duterte steuert hier entgegen und versucht, das Land der philippinischen Ureinwohner zu sichern. Trotzdem ist die Not sehr groß, und viele Aetas sitzen mit ihren Kindern inzwischen auf den Straßen von Städten wie Angeles, einem der größten Rotlichtvierteln der Welt.

Sie hungern und betteln. Die Frauen werden vergewaltigt, die Kinder missbraucht. Es werden inzwischen Gespräche mit einer großen irischen Hilfsorganisation um Pater Shay Cullem, der für den Friedensnobelpreis nominiert ist, mit der von der UN unterstützten Olaf-Palme-Stiftung und Lotus Hilfsprogramme aus Gießen geführt. Es geht darum, die Hilfe für die Aetas besser abgestimmt und konzentriert zu organisieren. "Insbesondere geht es darum, den schulischen Zugang zum Unterricht zu verbessern, denn viele Aetas sind Analphabeten, die Ernährung zu sichern und die Vertreibung aus dem Urwald zu stoppen", sagt Naujoks.

Wer spenden möchte, kann dies tun unter Volksbank Mittelhessen, Konto-Nr. IBAN DE06 5139 0000 0046 7723 00 oder Sparkasse Gießen, Konto-Nr. IBAN DE07 5135 0025 0200 7125 00.

Ralf Naujoks mit Kindern aus dem Stamm der Aetas. Das indigene Volk lebt in völligem Einklang mit der Natur. (Fotos: pm)

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