Ärger über E-Ladestationen

  • Daniel Beise
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Gießen-Wieseck (bei). Das sei »eine unbefriedigende Antwort« von Bürgermeister Peter Neidel (CDU), schimpfte Karl Heinz Erb (SPD), der stellvertretende Ortsvorsteher von Wieseck, am Donnerstagabend bei der Sitzung des Ortsbeirates.

Der Grund des Ärgers: Sein Parteikollege Klaus Zimmermann, der bei der Kommunalwahl nicht mehr angetreten war, hatte seinerzeit beim Magistrat einen Antrag auf die Errichtung von E-Ladestationen in dem Stadtteil eingereicht. Die Antwort war ernüchternd: Man konzentriere sich beim Ausbau dieser Infrastruktur auf »hoch frequentierte Bereiche« in der Kernstadt, so Neidel kurz und knapp.

»Das kann nicht sein. Wieseck gehört zu Gießen, und in einem Ortsteil mit 10 000 Einwohnern besteht ein Interesse daran«, bekräftige Ortsvorsteher Michael Oswald (CDU) die Kritik. Alle Stadtteile sollten gleich behandelt werden.

Das Thema überschnitt sich mit einem Antrag der CDU-Fraktion, einen Teil des Grundstücks der alten Brauerei in der Marburger Straße zu erwerben, um dort ein Parkhaus für Pendler zu bauen. Das sei ein Schritt in Richtung Klimaneutralität 2035 und würde die Stadt verkehrstechnisch entlasten, begründete Oswald. FDP-Mann Jörg Schleher pflichtete bei, dass viele allein bis zu 30 Minuten nach einem Parkplatz suchen. Pendler würden dann im Idealfall vom neuen Parkhaus mit E-Bussen in die Stadt kommen, so die Vorstellung der CDU-Fraktion.

»Das Parken dort muss allerdings attraktiv sein«, betonte Norbert Kress, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste für Umweltschutz und Frieden (BUF). »Pendler steigen sicher nicht in die Linie 15, um dann nochmal 20 Minuten in die Stadt zu fahren.« Ein Erweiterungsantrag seiner Fraktion, zusätzlich hier eine Schnellbus-Linie zu prüfen, wurde allerding abgelehnt. Auch wenn man grundsätzlich dafür sei, wolle man erstmal schauen, ob der Magistrat hier überhaupt mitziehe, sagte Oswald.

Parkhaus am Brauhaus und Schnellbus

Diskutiert wurden in diesem Zusammenhang auch E-Ladestationen in dem Parkhaus. Denn sie würden nur dort Sinn machen, »wo die Leute lange parken«, fügte Larissa Becker (SPD) an.

Angenommen wurden darüber hinaus zwei Dringlichkeitsanträge der CDU-Fraktion: Zum einen, im Zuge der Erneuerung in der Straße Steinerne Brücke weitere Baumaßnahmen zu realisieren: Die Ampelanlage in der Alten-Busecker-Straße müsse erneuert und barrierefrei ausgebaut werden, außerdem der Kreuzungsbereich an diesen Straßen sowie der Rabenauer Straße übersichtlicher werden. Die tropfenförmige Verkehrsinsel verlängere hier den Fußgängerüberweg »unnötig«, und die Bürgersteige müssten erneuert und verbreitert werden.

Der zweite Antrag fordert weitere Verbots- und Hinweisschilder an den Zugangswegen zu den Wiesen und Feldern in der Wieseckaue, weil dort laut Eindruck aller Fraktionen immer mehr Hundebesitzer quer über die Wiesen gehen, ihre Hunde nicht anleinen und so Vögel bei der Nahrungsaufnahme und während der Brutzeit stören. Ohnehin ist das schon verboten, doch viele würden sich nicht dran halten. Auf Anregung der BUF-Fraktion erweiterte der Ortsbeirat den Antrag mit der Forderung, hier sporadische Kontrollen durch das Ordnungsamt durchzuführen.

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