+
Hier geht es zur Filiale am Bahnhof. 

Deutsche Post

Änderung bei Post-Filialen in Gießen sorgt für Ärger bei Kunden

  • schließen

In Corona-Zeiten sind die Postfilialen in Gießen öfter geschlossen. Die Entscheidung stößt bei vielen Kunden auf Kritik. Das Unternehmen rechtfertigt sich.

Gießen (si). Viel Geduld müssen Kunden der Deutschen Post derzeit in Kauf nehmen, wenn sie eine der beiden Gießener Postfilialen besuchen wollen - wenn sie überhaupt reinkommen. Denn das Unternehmen hat die Öffnungszeiten bereits vor Wochen deutlich gekürzt - quasi ohne Vorwarnung, und obwohl jetzt gerade besonders viele Pakete versendet und abgeholt werden.

Konkret hat die Filiale in der Neue Bäume jetzt Montag und Freitag nur noch von 9 bis 14.30 Uhr geöffnet, Dienstag bis Donnerstag erst ab Mittag von 12.30 bis 18 Uhr sowie Samstag von 9 bis 12 Uhr. In der Bahnhofstraße läuft es sozusagen spiegelverkehrt: Montag und Freitag von 12.30 bis 18 Uhr, Dienstag bis Donnerstag von 8.30 bis 14 Uhr, außerdem am Samstag von 9 bis 12 Uhr).

"Das kapiert kein Mensch" oder "die müssten besser erreichbar sein, nicht schlechter" - solche Kommentare sind in den langen Schlangen auf den Gehwegen zu hören, in denen sich die Kunden nur langsam fortbewegen, bis sie dann maximal zu zweit die Geschäftsräume betreten können. Bis zu einer halben Stunde könne es dauern, bis man endlich an der Reihe sei, sagen Filial-Besucher.

Natürlich hängt die Entscheidung der Deutschen Post, den Kundenkontakt herunterzufahren, mit der Corona-Krise zusammen. Die Mitarbeiter seien nicht mehr in gleichem Maße einsetzbar wie vorher. Es gebe ältere Angestellte bzw. solche mit Vorerkrankungen, die jetzt keinen Kundenkontakt mehr haben dürften. Die fehlten nun und ließen sich auch nicht ersetzen, sagte ein Post-Sprecher auf Anfrage dieser Zeitung. Außerdem seien neue Aufgaben hinzugekommen - etwa darauf zu achten, dass die Kunden beim Anstehen den nötigen Abstand hielten.

Gießen: Auf Paketshops ausweichen

Vorbereitet habe sich die Post auch auf Infektionsfälle unter den Mitarbeitern. Sie arbeiteten jetzt in kleinen Teams, die strikt voneinander getrennt würden, damit man im Ernstfall nur weniger Personen in Quarantäne schicken müsse. Auch das gehe zulasten der Erreichbarkeit.

Unbestritten ist, dass einfache Postdienstleistungen - etwa ein Päckchen aufgeben - nach wie vor in einem der vielen Paketshops im Stadtgebiet möglich ist. Von denen sind derzeit nur wenige komplett geschlossen (mehr zu den einzelnen Standorten unter deutschepost.de). Post-Finanzdienstleistungen - Geld vom Sparbuch abheben beispielsweise - sind dort allerdings nicht möglich, ebenso wenig das Postident-Verfahren, bei dem die Post in fremden Auftrag die Identität von Kunden prüft. Überweisungen und Daueraufträge könnten auch online, per Telefon oder schriftlich in Auftrag gegeben werden, auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten, betonte der Sprecher.

Ausdrücklich entschuldigen wollte der sich für die besonders lange Wartenzeiten in der Osterwoche. Wegen des Corona-Kontaktverbots hätten viele Kunden auf den Besuch ihrer Angehörigen verzichtet und stattdessen Pakete versandt. Damit habe man in diesem Umfang nicht gerechnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare