Der Leiter des Mathematikums Albrecht Beutelspacher stellt sein neues Buch vor und seine Rätselreihe in dieser Zeitung geht wieder los. FOTO: SCHEPP
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Der Leiter des Mathematikums Albrecht Beutelspacher stellt sein neues Buch vor und seine Rätselreihe in dieser Zeitung geht wieder los. FOTO: SCHEPP

Der Advent wird mathematisch

  • vonSebastian Schmidt
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Das große Rätseln beginnt: Ab Morgen erscheint in dieser Zeitung wieder täglich eine Knobelaufgabe von Professor Albrecht Beutelspacher. Wem das nicht genug Mathe im Advent ist, für den gibt es auch ein neues Buch des Leiters des Mathematikums.

Für die Mathefans in Gießen gibt es gleich zwei Überraschungen in diesem Winter: Die Rätselreihe in dieser Zeitung wird am Dienstag fortgesetzt, und es gibt ein neues Buch über Zahlen. Beides stammt aus Kopf und Feder von Professor Albrecht Beutelspacher, dem Leiter des Gießener Mathematikums. Der freut sich schon auf die Rückmeldung der Zeitungsleser zu seinen neuen Rätseln. "Bei der letzten Reihe war das Feedback, das mich erreicht hat, wirklich toll." Jeder kleinste Fehler sei gefunden worden, sagt der Professor und lacht. "Diesmal habe ich deswegen besonders aufgepasst."

15 - eine Zahl ohne Geschichte

Der Titel von Beutelspachers neuem Buch lautet: "Null, unendlich und die wilde 13: Die wichtigsten Zahlen und ihre Geschichten". Worum es geht? "Es ist eine Entdeckungsreise durch die Welt der Zahlen", erklärt der Professor. Er habe für das Buch eine Menge Recherche zu einzelnen Zahlen angestellt: Er spürte Geschichten, Märchen, Mythen oder Science-Fiction auf, in denen eine bestimmte Zahl eine Rolle spielt. "Und natürlich werden auch spannende mathematische Zusammenhänge erklärt", sagt der Direktor des Mitmachmuseums.

Als Beispiel nennt Beutelspacher die Zahl 153. "Ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass ich zu dieser Zahl überhaupt etwas finden werde." Aber dann stieß er auf eine Bibelstelle: Jünger treffen den auferstandenen Jesus am See Genezareth und fangen nach seiner Anweisung 153 große Fische. Warum es genau 153 seien? Darüber rätseln die Theologen, sagt Beutelspacher. "Die Zahl hat aber auch eine spannende mathematische Eigenschaft." Wenn man ein Dreieck mit viereckigen Steinen baut und dabei oben anfängt: erst ein Stein, dann zwei unter ihm, dann drei darunter, dann vier darunter und so weiter, dann hat man, nachdem man 17 Reihen von Steinen gelegt hat, genau 153 Steine verbraucht. Wegen dieser Eigenschaft, ist die 153 eine sogenannte Dreieckszahl.

"Es hat mir Spaß gemacht, Eigenschaften von Zahlen nachzuspüren", erzählt Beutelspacher. In seinem Bucht werden 39 Zahlen behandelt, dabei durchgehend von der Null bis zur 14. Die 15 ist die erste Zahl, die er auslässt: "Ich habe dazu einfach keine spannende Geschichte gefunden." Im Buch macht er auch größere Sprünge. So kommt er zum Beispiel zu 5 607 249. "Das ist die höchste Zahl, zu der ein Mensch jemals gezählt hat." Jahrzehnte habe es gedauert. Es war ein Kunstprojekt von Roman Opalka.

Zählen sollten die Rätselfreunde in den kommenden Wochen auf jeden Fall auch können. Denn in der Fortsetzung von Beutelspachers Rätselserie aus dem Sommer werden in dieser Zeitung wieder Aufgaben mit einem mathematischen Kniff gestellt. "Man wird Menschenverstand und ein bisschen Rechnen brauchen", sagt Beutelspacher.

Einige der Rätsel, die jetzt erscheinen werden, seien auch der kalten Jahreszeit angepasst. Beutelspacher verrät schon mal: An Weihnachten wird das Rätsel mit einem Weihnachtsstern zu tun haben. Und an Silvester können die Leser morgens beim Aufschlagen der Zeitung für den Abend üben: "Es geht um das Leeren von Sektgläsern."

Rätselbuch erst im Frühsommer

Für ihn sei es wieder ein großer Spaß gewesen, sich mit mathematischen Rätseln und Knobelaufgaben zu beschäftigen. "Ich habe selbst wieder Neues entdeckt." Und mit den täglichen Winter-Rätseln können die Fans die Zeit überbrücken, bis Beutelspachers eigenes Rätselbuch erscheinen wird. "Das kommt im Frühsommer."

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