+
Das Team Fuhr wärmt Justus, Mariechen und Waldemar. Foto: Schepp

Advent, Advent…

  • schließen

Das Schmuddelwetter hatte sich rechtzeitig verzogen: Nach einem wunderbaren Sonnenuntergang ist der Gießener Weihnachtsmarkt gestern Abend eröffnet worden. Rechtzeitig zum Temperatursturz wurden Kugelbrunnen und Schwätzer wieder in wärmende Strickware verpackt. Aber nicht überall kommt der reformierte Weihnachtsmarkt so sympathisch rüber.

Der Gießener Weihnachtsmarkt war am Freitag noch nicht eröffnet, da war die Fußgängerzone schon schwarz von Menschen. Aber es waren weniger die Glühweinbuden, sondern die Schnäppchenpreise am "Black Friday", die die Massen anzogen. Nichts für Sigrid Fuhr und ihre Mitarbeiterinnen, die am frühen Nachmittag die Drei Schwätzer mit drei großen bunten Schals wärmten. "Wir haben keinen Black Friday, wir machen einen bunten Freitag", sagte die Inhaberin des gleichnamigen Spielwarengeschäfts und zeigt auf ihren herzförmigen Button.

Für Sigrid Fuhr und ihre Mitarbeiterinnen ist der Termin am ersten Tag des Weihnachtsmarkts bereits zu einer schönen Tradition geworden. Seit 2013 verpassen sie dem Kugelbrunnen eine überdimensionale Mütze, im vergangenen Jahr erhielten Mariechen, Waldemar und Justus erstmals einen Schal. Diesmal gab’s für jeden einen eigenen. "Ein Seelenwärmer für Justus" ruft eine der Mitarbeiterinnen, während sie die letzten Teile des Schals zusammennäht. Gestrickt und gehäckelt wurden die einzelnen Stücke von Fuhr-Kundinnen. Dafür gab’s gestern auch ein Dankeschön von Stadtmarketing-Mitarbeiterin Silja Papenguth.

Die Stadtmarketing-Gesellschaft hat zum diesjährigen Weihnachtsmarkt einige Neuerungen in Angriff genommen. So wurden Getränke und Essstände aus dem mittleren Seltersweg verbannt, um dort dem Kunsthandwerk eine eigene Bühne zu bieten. Das Angebot indes lässt sowohl quantitativ als auch qualitativ einige Wünsche offen, und Richtung oberer Seltersweg wurde die gelichtete Budenreihe dann doch mit zwei Ständen mit Süßigkeiten verstärkt.

Sonnenstraße wie Rummelplatz

Für den Marktplatz hatte die Veranstalterin die hübsche Idee einer Weihnachtsbaumallee, die aber ebenfalls größere Lücken aufweist. Die Einbeziehung der Sonnenstraße in den Weihnachtsmarkt, wo die weihnachtlich geschmückte Pizzeria "Italia" mit zwei Rummelplatzbuden zugestellt wurde, ist so kein Zugewinn. Für Stirnrunzeln sorgt auch ein knallgelber Foodtruck ohne jeden adventlichen Schmuck, der in der Katharinengasse steht. "Wie hat der denn seine Punkte gekriegt?", schimpfte eine Budenbetreiberin, mit Hinweis auf die Kriterien, die die Budenbetreiber erfüllen müssen. Ihren Stammplatz im Seltersweg hatte sie in diesem Jahr räumen müssen.

In den nächsten knapp zwei Wochen hat die Fußgängerzone den Event Weihnachtsmarkt exklusiv, dann startet der "Winterzauber an der Lahn".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare