Hochbetrieb im Skatepark FOTO: SCHEPP
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Hochbetrieb im Skatepark FOTO: SCHEPP

Achtung, kleine Rollerfahrer kreuzen…

  • Christine Steines
    vonChristine Steines
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Jonathan! Der Mann auf der Bank ruft den Namen seines Sohnes und tippt mit dem Zeigefinger auf seinen Kopf. "Dein Vater will, dass du den Helm aufziehst", übersetzt ein Junge die Botschaft. Jonathan selbst bekommt die Ermahnung nicht richtig mit, er rast mit seinem Roller eine Rampe hoch und knallt auf der anderen Seite unsanft auf den Boden. Erst dann greift er zum Helm. Den hatte er aus unerfindlichen Gründen zuvor mitten auf der Bahn liegen lassen. An diesem Sommernachmittag herrscht Hochbetrieb im Skatepark, nebenan im Schwimmbad Ringallee ist es leer.

Viele kleine Kinder mit Rollern sind auf den Bahnen unterwegs, Eltern und Großeltern sitzen auf den Bänken und schauen zu. Sie halten für die Pausen kalte Getränke und etwas zu essen bereit. Und sind ansonsten mehr oder weniger aufmerksam. Dass sich längst nicht alle Nachwuchssportler an die Spielregeln halten, sondern kreuz und quer durch die Gegend sausen, scheint nicht jedem des "Aufsichtspersonals" klar zu sein, die Beinaheunfälle bekommen sie gar nicht mit. Manche der Kleinen tragen Knie-, Armschutz und Helm, andere haben nichts über T-Shirt und Shorts. Aua! Ein etwa sechsjähriger Junge mit orangefarbenem Helm stürzt. Er rappelt sich wieder auf und reibt sich die Handgelenke. Man sieht ihm an, dass er sich richtig wehgetan hat. Aber er beißt die Zähne zusammen. Bloß vor den anderen nicht heulen.

Die Jugendlichen nehmen von den Kleinen kaum Notiz. Zwei Cliquen haben sich am Rand der Anlage niedergelassen, sehr cool und sehr lässig steigen sie auf ihre Skateboards und zeigen, was sie können. Und manche können richtig viel, ihre schnellen Drehungen und Sprünge sehen toll aus. "Komm, ich zeig dir, wie es geht", sagt ein Mädchen zu seiner zögerlichen Freundin. Sie ziehen sich an den Rand zurück und üben, ohne jemanden zu stören. Auch an der Halfpipe hat alles seine Ordnung, niemand schießt quer. Nachholbedarf in Sachen Rücksichtnahme haben die Jugendlichen im Gegensatz zu den Eltern der Nachwuchsskater eher nicht. Da wäre die eine oder andere Nachhilfestunde durchaus angebracht. "Ey Alter, es tut scheißenweh, wenn du fällst", ruft ein Teenie. Eben. (cg)

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