Abwesenheit der BfL-Fraktion sorgt für Ärger

  • vonDagmar Hinterlang
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Gießen-Lützellinden(hin). Die Bürger für Lützellinden (BfL) hatten ihre Teilnahme abgesagt. Das hat am Donnerstag im Lützellindener Ortsbeirat für Misstöne gesorgt. Zwar war das Gremium beschlussfähig, die übrigen Stadtteilpolitiker geizten aber nicht mit Kritik über die coronabedingte Abwesenheit der BfL. "Ich kann mich kaum noch erinnern, wie einige aussehen", kommentierte Michael Borke (SPD) das Fehlen. Er sprach von fadenscheinigen Begründungen der "sogenannten Bürger für Lützellinden". Das Ehrenamt - und nicht zuletzt die Aufwandsentschädigung auf Kosten der Steuerzahler - verpflichtete zur Teilnahme. Zuvor hatte Ortsvorsteher Markus Sames hervorgehoben, dass die Anzahl der Personen im Saal den Vorgaben der Stadtverwaltung entsprach. Außerdem wurde pünktlich und regelmäßig gelüftet.

Für Diskussion sorgte ein Antrag der SPD. Borke hatte gefordert, für eine zügige Wiederanlage von grünen Feldwegen zu sorgen. Dem widersprach Landwirt Sames. Er betonte, dass es sich bei den Wegen um Wirtschaftswege handelt, wobei die Historie der Landwirtschaft die Struktur des Wegenetzes erkläre. Sames erinnerte an die Ausführungen von Dr. Gerd Hasselbach, der den Erfolg der entstandenen Blühflächen zwischen den Äckern hervorgehoben hatte. Diese Flächen, zu denen Sames entscheidend beigetragen hatte, seien als Lebensraum für Insekten und Kleinwirbeltiere bedeutsamer als grüne Wege, hieß es. Carsten Zörb (CDU) regte an, einen Kompromiss zu finden und den Antrag zurückzustellen.

Die Vervollständigung des Radwegenetzes (Antrag SPD), die Errichtung der Busendhaltestelle "Vogelsang" (CDU) und die Errichtung einer Busbucht am "Am langen Strich" (CDU) wurden einstimmig befürwortet. Als ärgerlich werteten Sames und Zörb den Wegfall des Geldautomaten der Volksbank in Lützellinden. Sebastian Heye (B90/Grüne) zog den Ärger seiner Beiratskollegen auf sich, da er betonte, dass man auf Bargeld sehr gut verzichten und mit moderneren Methoden zurechtkommen könne. Selbst seine Oma sei in der Lage, sich eine vierstellige Nummer zu merken. Zörb hielt dagegen und fand es unverständlich, dass ein Mitglied des Ortsbeirats den Abbau örtlicher Infrastruktur gutheißen könne. Wenn Heye das anders sehe, sei er am falschen Platz, meinte Zörb.

Die letzte Sitzung in dieser Wahlperiode soll am 4. Februar sein. Bis dahin will man Auskunft zu offenen Berichts-anträgen erlangen. Außerdem soll über die Anlage von Rasengräbern beraten werden. Borke sprach mit Zuversicht von der Abmeldung der Lützellindener Gewerbeflächen in der Regionalversammlung. Sames war skeptischer. Er forderte, sich keine falschen Hoffnungen zu machen, und fand sich bestätigt durch ein Mitglied der Bürgerinitiative. Bei der nächsten Stadtverordnetenversammlung werde man sehen, was die Aussagen der Podiumsdiskussion wert seien, meinte der Bürger. Dort hatten Mitglieder der Stadtverordnetenfraktionen ihren Willen zur Abmeldung bekundet. Ein entsprechender Antrag liegt dem Stadtparlament inzwischen vor.

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