In diesem Gefängnis in Istanbul sitzt Patrick K. eine mehrjährige Haftstrafe ab. FOTO: PM
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In diesem Gefängnis in Istanbul sitzt Patrick K. eine mehrjährige Haftstrafe ab. FOTO: PM

Abgeordneter will sich für Patrick K. weiter einsetzen

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Gießen/Hildesheim(bf). Seit fast drei Jahren sitzt der 31-jährige Gießener Patrick K. in der Türkei im Gefängnis. Von einem Gericht wurde er zu einer Strafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt. Groß ist die Hoffnung von Claudia S. aus Hildesheim gewesen, dass ihr Sohn im Jahr 2020 entlassen wird und zurück zu ihr nach Deutschland kommen kann. Doch Patrick K. ist immer noch inhaftiert. "Leider gibt es kaum Neues", sagt die Mutter enttäuscht.

Die Hoffnung der Hildesheimerin, dass im vergangenen Jahr endlich Bewegung in den Fall kommen würde, ruhte auch auf dem Engagement des Hildesheimer SPD-Bundestagsabgeordneten Bernd Westphal, der sich bemüht, das Revisionsverfahren zu beschleunigen. Er hatte sich im Januar sehr für die Freilassung von Patrick eingesetzt, der Mutter über viele Kontakte schließlich sogar einen Besuch in dem Gefängnis in Istanbul ermöglicht.

"Alles, was Herr Westphal für uns in die Wege geleitet hat, das hat jetzt Corona zunichte gemacht", bedauert die Hildesheimerin. Sie hat ihren Sohn seit dem Besuch Anfang des letzten Jahres nicht mehr sehen können - auch weil sie an einer chronischen Lungenkrankheit leidet und als Risikopatientin gilt. Alles, was bleibt, sind kurze Telefonate einmal in der Woche. Und die Hoffnung auf das noch nicht entschiedene Revisionsverfahren.

"Wir bleiben an dem Fall dran", verspricht Bernd Westphal. Er habe im abgelaufenen Jahr mehrmals mit dem Generalkonsulat in Istanbul und dem Anwalt telefoniert und nachgefragt. Aber: Im türkischen Konsulat hatte es einen Wechsel gegeben. "Daher ist mein Team gerade dabei, für Januar ein Telefonat mit dem neuen Generalkonsul in Istanbul zu organisieren." Westphal findet es sehr bedauerlich, dass es keine Fortschritte gibt.

Wie berichtet, ist der Fall von Patrick K. nach wie vor recht rätselhaft. Eigentlich wollte der junge Mann seinerzeit in der Türkei einen Wanderurlaub verbringen. Dann wurde er ausgerechnet im militärischen Sperrgebiet zwischen der Türkei und Syrien aufgegriffen und festgenommen. Wie er an diese entlegene Stelle gekommen war, das ist nicht geklärt.

Verurteilt wurde er wegen einer angeblichen Zugehörigkeit zur verbotenen Kurdenmiliz. Als Beweis soll eine einzige Mail gegolten haben. Sein Anwalt Veysel Ok hält den Vorwurf auch nach türkischem Recht für so dünn, dass die Anklage keinen einzigen Tag Haft rechtfertige.

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