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Mit Maske und Abstand: Drei Studentinnen in der Mensa an der Otto-Behaghel-Straße.

Aberglaube, Essen und Erstis

Es schüttet wie aus Eimern, als ich um die Mittagszeit an der Mensa in der Otto-Behaghel-Straße ankomme. Obwohl ich mein Studium an der JLU vor Jahren beendet habe, mache ich aus Gewohnheit einen Bogen um die Statue des »Ewigen Studenten«. Andere tun es mir gleich, wollen wohl nicht zu Dauerstudenten werden - dieses Schicksal ereilt nach einer Legende nämlich alle, die unter der Figur hindurchlaufen.

Schön, dass sich manche Dinge nicht ändern.

Sonst hat sich allerdings einiges verändert an der Mensa. Schuld daran ist, wie so oft in letzter Zeit, die Corona-Pandemie. Eine Mitarbeiterin der Hochschulgastronomie steht vor dem Eingang und hält die hungrigen Studenten an. Nur ihre grüne Schürze und eine schwarze Haube unterscheiden sie von einem Security-Menschen.

»Brauche ich einen negativen Test?«, fragt ein Student. »Nein«, antwortet sie freundlich, »ich brauche nur Ihren Ausweis und das ausgefüllte Kontaktdatenblatt.« Der junge Mann entscheidet sich dafür, seine Daten per App zu hinterlegen und scannt den entsprechenden QR-Code. Drinnen angekommen, holt er sich eine Zugangskarte ab und stellt sich mit Maske und Abstand zu anderen Studenten vor drei große Bildschirme.

Diese verraten, was heute auf dem Speiseplan steht. »Und, schon entschieden?«, fragt ein Kerl mit Regenschirm seinen Freund. Beide studieren das Angebot und steuern dann zielstrebig auf Aufgang 3, »Fisch und Fleisch«, zu.

Auch drinnen hat sich seit meinem Abschluss 2017 einiges verändert. Die Treppen der verschiedenen Aufgänge zeigen an, was einen oben erwartet. Hinter Aufgang 1 verbirgt sich die »Nudelwelt«, auf die Treppe sind verschiedene Pastasorten aufgedruckt. Aufgang 2 führt zur »grünen Theke«, an der vegetarische und vegane Gerichte ausgegeben werden - mittlerweile etwa die Hälfte aller hier verkauften Essen.

Seit Mitte Mai ist wieder geöffnet, wenn auch nur für Studenten und Hochschulbedienstete und nicht wie sonst für Jedermann. Auch wenn aktuell nur zwei Personen mit 1,5 Metern Abstand an einem Tisch sitzen können, kann das Gießener Studentenwerk laut Hygienekonzept mehr als 600 Plätze anbieten. Das ist eine gute Nachricht für »Erstis«, die die zentrale Mensa aufgrund der Pandemie noch nie von innen gesehen haben - geschweige denn, in den Genuss der gesunden und geldbeutelschonenden Gerichte gekommen sind.

Ein Tipp von mir, falls es in der Online-Einführungswoche vergessen ging: Lieber einen großen Bogen um die Statue vor der Mensa machen. Es sei denn, ihr wollt freiwillig länger studieren, um die verpasste Zeit in der Mensa nachzuholen. (keh)

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