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Die Flying Bluez Gang mit (v.l) Sänger Chris König, Drummer Mani Golpaygnai, Bassistin Verena Stelzl und Gitarrist Uwe Schmidt.

30 Jahre für ein Album?

  • VonAxel Cordes
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Die vor fast 30 Jahren gegründeten Flying Bluez Boys haben sich umbenannt: Sie treten künftig als Flying Bluez Gang auf. Im Gepäck haben sie dann auch ihr erstes Album. Das stamm aus dem Jahr 1996 - und wurde bislang noch nicht veröffentlicht.

Wie es sein kann, dass eine Band 30 Jahre braucht, um ihr erstes Album rauszubringen - das würde Gitarrist Uwe Schmidt an Stelle des Berichterstatters der Gießener Allgemeinen fragen. Letzterer darf einer Probe des Quartetts im üppig ausgestatteten Albacher Übungsraum beiwohnen und alle möglichen Fragen zur Geschichte und Musik der Band stellen.

Vor fast 30 Jahren gab es die Gruppe tatsächlich schon mal, damals noch als »Flying Bluez Boys«. 1996 nahm die Band um den im Raum Gießen seit Jahrzehnten aus etlichen Bands bekannten Gitarristen und Sänger Chris König ihr erstes Album auf, vier Jahre später ihr zweites. Aber die fast fertigen Platten sahen nie das Licht der Öffentlichkeit. Um 2004 hatten sich die Boys dann zwar nicht zerstritten, aber sich doch musikalisch irgendwie auseinanderentwickelt. König wollte vor allem Eigenkompositionen spielen, andere setzten auf Coverversionen.

Schnitt - anderthalb Jahrzehnte später. Ein Grillabend mit Folgen: Drummer Mani Golpaygnai, der König als dessen Gitarre/Bass-Schüler begegnete, überzeugt Chris von der Notwendigkeit, ein neues »FBB«-Kapitel aufzuschlagen. Zum Glück schlummern die Aufnahmen »von damals« noch auf Königs PC - und mit Gitarrist (und Gitarrenbauer) Uwe Schmidt sowie Bassistin Verena Stelzl ist die nun genderangepasst »Flying Bluez Gang« benannte neue Besetzung schnell komplett.

Nun ist die Band dabei, die alten Aufnahmen so zu »beackern«, dass sie marktreif werden, beim ersten Album noch mit Unterstützung von Ex-Mitgliedern. »Wir spielen altes Zeug, und es wird langsam unser Eigenes«, beschreibt Neu-Gitarrist Uwe Schmidt die Gefühlslage.

Bassistin Verena steht eigentlich auf Rockabilly, Uwe auch auf frickeligen Jazzrock und unverzerrte Gitarrensounds und Mani auf Metal. Aber die aus drei Songs bestehende Klangprobe macht deutlich: Die Band geht schnörkellos, rau und laut zur Sache. Zwei Gitarren, pumpender Bass und Drums -kein Schnickschnack, höchstens mal ein Blues Harp-Solo - insgesamt deutlich mehr Gang als Blues, auch wenn die Bluesharmonik immer durchklingt. Gesungen wird ausschließlich auf Englisch, Musik und Texte stammen von König und/oder Schmidt. Selbst »Peggy Sue« ist mit Buddy Hollys Schwarm weder musikalisch verwandt noch textlich verschwägert. Wenn dann doch mal gecovert wird, dann muss es schon was Besonderes sein, z.B. ein aberwitziges »I’m All Shook Up« à la ZZ Top.

Im Januar erscheint »Perfect Landing«

Im Januar soll das erste Album »Perfect Landing« von 1996 endlich (online)herauskommen, bald darauf das zweite - und am dritten mit frischen Songs sitzen sie auch schon. Wer die »Gang« live erleben will, kann dies am 22. Januar im neuen Gießener Musikzentrum (neben Musikhaus Schoenau) tun. Bis dahin kann man sich die Wartezeit mit Chris Königs Youtube-Kanal und der Band-Website flying-bg.de verkürzen.

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