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»2G«-Regel beim Krimifestival

  • Karola Schepp
    VonKarola Schepp
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Auch in diesem Herbst wird es wieder ein Krimifestival geben. 27 Veranstaltungen plant Organisator Uwe Lischper vom1. bis 30. Oktober. Als Zuschauer teilnehmen können nur Menschen mit vollständigem Corona-Impfschutz und nachweislich Genesene.

Hamburg macht es vor und Gießen zieht mit: So könnte man die neue Regelung für das am 1. Oktober startende Krimifestival beschreiben. Denn nachdem es Kulturveranstaltern in Hamburg neuerdings erlaubt ist, nur vollständig Geimpfte und Genesene in ihre Säle zu lassen, greift auch Gießens Krimifestivalmacher Uwe Lischper zu diesem den Pandemie-Umständen adäquaten Mittel.

So kann er unter dem Slogan »Der war schon tot« nicht nur das Kontingent der Karten ein wenig und die Sicherheit seiner Gäste massiv erhöhen, sondern auch mit 27 Krimilesungen in Gießen sowie Grünberg, Hungen, Laubach und Hüttenberg-Rechtenbach wieder ein besonders attraktives Programm für Freunde des gepflegten Krimi-Vorlesens anbieten. Zudem wird es, nach der pandemiebedingten Absage der Eröffnungsveranstaltung im Vorjahr, unter der Regie der Sparkasse wieder eine »echte« Festival-Eröffnung mit einem Prominenten in der Tanzschule Astaire’s geben.

Sie kennt man aus »München Mord«

Prominenter Gast zum Krimifestival-Start ist am 1. Oktober Bernadette Heerwagen. Die wandelbare und mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin klärt voller Witz und Charme als TV-Kommissarin in der ZDF/ORF-Reihe »München Mord« im herrlich schrägen Trio mit Alexander Held und Marcus Mittermeier ungewöhnlichste Fälle auf. Zum Krimifestival-Start wird sie aus dem Thriller »Ohne Spur« von Haylen Beck lesen. »Das Krimipublikum darf sich auf eine lesestarke Bernadette Heerwagen mit einem überaus spannenden Thriller freuen«, verspricht Lischper.

Spannende Geschichten, versierte Vorleser, interessante Autoren, zwei kriminahe Wissenschaftler, brandneue Romane: Auch das folgende Krimifestivalprogramm kann sich sehen - und hören - lassen. Zauberei, Musik, Darstellendes Spiel und gutes Essen sind die Begleiter der Lesungen und Vorträge.

Erstmals dabei sind Autor Henri Faber mit seinem fulminanten Thriller-Debüt »Ausweglos« und die Gießener Autorin Gertraud Evers mit ihrem atmosphärischen Wien-Krimi »Frau im Fluss«. »Mord ist keine Zauberei« meint Autor und Profi-Zauberkünstler André Storm und garniert seine Lesung in der Moruskirche mit allerhand Zaubertricks. Natürlich dürfen »gute alte Bekannte« des Gießener Krimifestivals auch bei seiner 19. Auflage nicht fehlen. Ralf Kramp kann man in Laubach und im Alten Schloss erleben, Sascha Gutzeit präsentiert unter anderem seine »Super-Krimi-Retro-Leseshow«, die Düsseldorfer Krimi-Cops sind mal wieder im Polizeipräsidium zu Gast, Klaus Stickelbroeck präsentiert seinen neuen Fall für Detektiv Hartmann, Isabella Archan ihren brandneuen, aberwitzigen Alpenkrimi und Krischan Koch einen neuen Fall für Dorfpolizist Thies Detlefsen. Ein Wiedersehen gibt es auch mit dem Duo Kai Engelke und Gitarrist Helm van Hahn und dem »Wilsberg«-Star Roland Jankowsky, der neue Crime Storys liest. Auch Autor Robert C. Marley kann mit Marionette und Musikbegleitung sowie einem neuen Fall aus dem alten London glänzen.

»Schuld und Sühne« als Bühnenfassung

Ganz besonders freuen darf man sich auch schon auf Bestseller-Autor Frank Goldammer, der seinen neuen Dresden-Krimi »Verlorene Seelen« vorstellen wird, sowie Terrorismusfachmann und Autor Mark Fahnert, der seinen brandneuen Thriller um Sonderermittlerin Wiebke Meinert dabeihaben wird. Ein Höhepunkt wird sicher auch der Auftritt des Schauspielerpaares Anette Daugardt und Uwe Neumann, die im Ulenspiegel Dostojewskis Klassiker »Schuld und Sühne« als Bühnenfassung spielen. Kunst trifft auf Krimi, wenn Bernhard Jaumann im Levi-Saal aus »Caravaggios Schatten« liest. Es ist nach »Der Turm der blauen Pferde« der zweite Band seiner Krimireihe um eine Münchner Kunstdetektei.

Wie gewohnt findet auch die kriminalistische Wissenschaft ihren Platz im Programm. Wahre Fälle vor Gericht erzählt FAZ-Gerichtsreporterin Raquel Erdmann in der Moruskirche und gewährt in ihren Gerichtsreportagen einen Blick hinter die Fassaden und in menschliche Abgründe, sachlich und ohne Voyeurismus. Die Anthropologin und forensische Gutachterin Dr. Kerstin Kreutz wird, unterstützt von Tänzerin Magdalena Stoyanova, über den Gang als Merkmal zur Täterüberführung berichten und der Direktor des Rechtsmedizinischen Instituts der Uni Frankfurt, Prof. Marcel A. Verhoff, unterhält mit einem launigen Beitrag zur Darstellung der Rechtsmedizin zwischen Fernsehkrimi und Realität.

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