IMG_0498_250921_4c
+
Auf dem Podium stellen die Bundestagswahlkandidaten und ihre Vertreter ihre jeweiligen Vorstellungen zur Klimapolitik vor.

100 Sekunden Zeit für die Antworten

Gießen (ixi). Der globale Klimastreik am Freitag (siehe Artikel oben) bot auch das Format, um sich noch mal über die wichtigsten Themen des Wahlkampfs zu unterhalten. Organisator Junis Poos lud aus diesem Grund Vertreter von SPD, CDU, Grüne, Die PARTEI, FDP und den Linken zur vermutlich letzten Podiumsdiskussion vor der Wahl ein. Bei Fragen zum Thema Umwelt, Verkehr und Wirtschaft hatte jeder Kandidat 100 Sekunden Zeit, um zu antworten.

Den Anfang machte Ali Al-Dailami von den Linken. »Der Staat muss mit Verboten und Geboten die Industrie umbauen. Klimagerechtigkeit kostet Geld und die Konzerne sollen das bezahlen«, proklamierte der Linke. Für Dr. Christian Krauss von der FDP, der den Direktkandidaten Dennis Pucher vertrat, ist der CO2-Zertifikathandel ein valides Mittel, um die Emissionen einzudämmen. Weder Verbrenner noch E-Auto sei die Mobilität von morgen, wie der Liberale bekräftigte.

Gefragt, wie er zum satirischen Sticker »Fickt euch. Nicht das Klima« stehe, sagte Darwin Walter von Die PARTEI, dass die Satire Raum zum Selbstdenken gebe. »›Fickt euch‹ ist an die gerichtet, die die Misere verursacht haben.«

Behzad Borhani von den Grünen betonte, dass seine Partei keine Verbotspartei sei. »Wir haben ein 10-Punkte-Programm für die ersten Monate, und ein Kohleausstieg bis 2030 ist ein Muss«, sagte Borhani.

Johannes Volkmann von der CDU, der Helge Braun vertrat, betonte, dass seit 1990 bereits 42 Prozent der CO2-Emissionen reduziert wurden und die Klimaneutralität bis 2045 erreicht werde. Dennoch dürfe das Land die Industriebetriebe nicht aus Deutschland mit Verboten vertreiben.

Felix Döring von der SPD möchte früher aus dem Kohlestrom raus als seine Partei und empfindet die CO2-Bepreisung wichtig. »Ich bin 2008 in die SPD eingetreten, und wir wollten damals 100 Prozent erneuerbare Energien in Hessen durchsetzen. Wir wurden belächelt, heute werden wir es nicht mehr«, betonte der Lehrer. Auf den Kohleausstieg bis 2030 angesprochen, sollten die Direktkandidaten sagen, ob sie diesen für realistisch halten, was alle bejahten. Kurz danach erfolgte noch ein kleiner Schlagabtausch zwischen Borhani und Volkmann, da der CDUler zuvor über »Klimaradikalität« sprach. »Wenn die CDU von Radikalität spricht, dann lass uns bitte über Maaßen reden«, sagte Borhani, was mit Applaus von den rund 200 Zuhörern quittiert wurde.

Neben Kohleausstieg und Verkehrswende wurden zudem noch Themen wie die Flächenversiegelung in Städten und die Mobilität von morgen angesprochen.

»Wir müssen beispielsweise die Schienen im Kreis wieder in Betrieb nehmen und die Zugpreise senken«, betonte Döring, was Zustimmung von allen Fraktionen nach sich zog.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare