Strom aus Offshore-Windkraftwerken kommt billiger ans Netz

Die Windkraftanlagen auf See werden bereits deutlich günstiger und brauchen bald keine öffentlichen Subventionen mehr. Diese Entwicklung setzt nun auch bei den Konverterstationen ein, die den Strom an Land transportieren.
17. Juli 2017, 09:25 Uhr
Von Eckart Gienke, dpa
Der Offshore-Windpark Butendiek.

Windstrom auf See wird künftig nicht nur günstiger hergestellt, sondern auch zu geringeren Kosten abtransportiert.

Die Konverterstation DolWin6 vor der niedersächsischen Nordseeküste werde mitsamt der notwendigen See- und Landkabel weniger als eine Milliarde Euro kosten und damit um 15 Prozent günstiger gebaut als die Vorgängerprojekte, teilte der Netzbetreiber Tennet in Bayreuth mit.

«Insgesamt sinken die Kosten pro Kilometer, pro Megawatt installierter Leistung», sagte Lex Hartman aus der Tennet-Geschäftsführung. Wichtige Faktoren für diese Entwicklung seien die technische Standardisierung der Systeme und die Kompetenz des Unternehmens als führender Offshore-Netzbetreiber. Der Trend zu niedrigeren Kosten werde sich auch künftig fortsetzen.

Konverterstationen sind technische Anlagen, die den Strom aus den umliegenden Windparks aufnehmen, bei größeren Distanzen von Wechselstrom zu Gleichstrom umwandeln und an Land transportieren. DolWin6 soll 2023 in Betrieb gehen und ist für maximal 900 Megawatt Nordsee-Strom ausgelegt. Davon sind 110 Megawatt schon an den Windpark Gode Wind 3 vergeben, der Rest wird noch ausgeschrieben. Gegenwärtig erteilt Tennet die Aufträge für die Anlage.

Über 90 Kilometer, davon die Hälfte Seekabel, wird der Strom von der Plattform im Meer unter der Insel Norderney hindurch bis nach Emden tranportiert. Allein die Kabel kosten rund 100 Millionen Euro, sind aber ebenfalls günstiger geworden. Durch innovative Technik könne die Größe der Offshore-Plattform um zehn Prozent reduziert werden. Gebaut werde die Anlage von Siemens, die Kabel kommen von der Firma Nexans. Für Tennet ist es der 13. Netzanschluss in der Nordsee und der 10. mit Gleichstromanbindung.

Von den Kostenersparnissen in der Zukunft werden auch die Stromkunden profitieren, die über den Strompreis den bislang sehr teuren Strom aus der Nordsee subventionieren müssen. Schon Mitte April waren bei der ersten öffentlichen Ausschreibung neuer Offshore-Windparks Zuschläge an Projekte der Energiekonzerne EnBW und Dong gegangen, die gar keine öffentliche Förderung mehr benötigen.

Offshore-Windparks, die in diesem Jahr ans Netz gehen, erhalten 15,4 Cent (für zwölf Jahre) oder 19,4 Cent (für acht Jahre) Vergütung je Kilowattstunde, das ist weit mehr als der Marktpreis. Die Verbraucher müssen im Gegenzug mit jeder Kilowattstunde Strom eine EEG-Umlage von 6,88 Cent bezahlen. Diese Umlage könnte in Zukunft sinken, wenn Offshore-Windenergie und andere nachhaltige Energien durch ihre massenhafte Verbreitung kostengünstiger werden.

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