Adidas will US-Marktanteil deutlich steigern

Platzhirsch Nike hat zuletzt auf dem US-Heimatmarkt geschwächelt und musste sich mit weniger Gewinn begnügen. Der Konzern kämpft mit Konkurrenz durch den Wettbewerber Under Armour, aber auch durch den wieder erstarkten Rivalen Adidas.
13. Januar 2018, 13:50 Uhr
Adidas will seinen Marktanteil in den USA erhöhen. (Foto: Daniel Karmann)

Adidas will seinen zuletzt etwas glücklosen US-Rivalen Nike weiter ärgern und in dessen Heimatland den eigenen Marktanteil kräftig erhöhen.

«In jedem Markt der Welt haben wir einen Anteil von mindestens 15 bis 20 Prozent», sagte Adidas-Finanzvorstand Harm Ohlmeyer der «Börsen-Zeitung» (Samstag). «Unser mittelfristiges Ziel ist es, auch in den USA dorthin zu kommen.» Aktuell liege Adidas noch deutlich darunter.

Marktforscher nennen Werte von rund 10 Prozent. In den vergangenen zwei Jahren hat das Unternehmen seinen Anteil in den USA in etwa verdoppelt. Die Nachfrage dort sei weiterhin groß, sagte Ohlmeyer. «Aber das Wachstum war zu schnell für unsere Infrastruktur.» Um Lieferschwierigkeiten zu beheben, die es zeitweise in der zweiten Jahreshälfte 2017 gegeben habe, baue Adidas in diesem Jahr die Lagerkapazitäten in den USA aus.

Die Chancen der amerikanischen Marke Reebok, Teil von Adidas zu bleiben, schätzt der Finanzvorstand als gut ein: «Wir sind sehr zuversichtlich.» Mit dem Schließen von Factory-Outlet-Centern in den USA sei ein wichtiger Teil der Restrukturierung erledigt. «So wird Reebok 2018 auch in Amerika wachsen.»

Im vergangenen Jahr ging der Umsatz der Marke in den USA weiter zurück, während er in den anderen Regionen zulegte. Die Gewinnschwelle hat Reebok nach Ohlmeyers Worten nicht erreicht: «Die Marke ist noch lange nicht auf dem Niveau, das wir anstreben.»

Der Umbau bei Reebok hatte das Wachstumstempo des Konzerns im dritten Quartal 2017 gebremst. Hinzu kamen negative Währungseffekte. «2017 hatten wir Gegenwind aufgrund des zeitweise starken Dollar», sagte Ohlmeyer. In diesem Jahr gebe es dank Sicherungsgeschäften für den Konzern diese negativen Währungseffekte nicht.

Der Umsatz im Onlinehandel sei im vergangenen Jahr um die Hälfte auf rund 1,5 Milliarden Euro gewachsen, sagte Ohlmeyer. Damit erziele Adidas in den großen Märkten «schon deutliche Skaleneffekte», zum Beispiel bezogen auf Kosten für Lieferungen und Kreditkartenzahlungen. Wie der E-Commerce sollen standardisierte Geschäftsprozesse die operative Konzernmarge verbessern. «Wir wollen aus 20 Einzelunternehmen im Konzern eines machen», so der Finanzchef. Dafür werde zum Beispiel der Einkauf von Computern, Möbeln und Büroartikeln gebündelt.

Im dritten Quartal hatte Adidas mit 526 Millionen Euro gut 36 Prozent mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Dabei hilft, dass der Konzern viele Produkte verkauft, die eine hohe Marge bringen, zumal Sportmode ohnehin zunehmend im Alltag getragen wird. Die Zahlen für das Gesamtjahr 2017 will Adidas am 14. März präsentieren.

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