Entertainment

Jane Fonda spricht über Missbrauch

An diesem Samstag bekommt Jane Fonda die Goldene Kamera für ihr Lebenswerk. In einem Interview erhebt sie jetzt schwere Vorwürfe gegen Männer in ihrem Leben.
03. März 2017, 13:30 Uhr
Von Thomas Bremser, dpa
Jane Fonda erhebt schwere Vorwürfe.

Jane Fonda ist eine von Hollywoods Schauspiellegenden. Auch mit ihren Fitness-Videos wurde sie weltberühmt. Nun, mit 79 Jahren, spricht sie über traumatische Erlebnisse ihrer Vergangenheit.

«Ich wurde vergewaltigt, als Kind sexuell missbraucht, gefeuert, weil ich nicht mit meinem Chef schlafen wollte und dachte immer, dass es meine Schuld sei, ich nicht das Richtige gesagt oder getan habe», sagte Fonda in einem Interview, das Oscar-Gewinnerin Brie Larson (27, «Room», «Kong: Skull Island») mit ihr für das Magazin «The Edit» führte. 

Konkreter wurde Fonda nicht, erzählte aber, dass sie in ihrem Leben einige Männer mit patriarchalischer Denkweise kennengelernt habe. «Ich fühlte mich bedeutungslos. Irgendwann habe ich beschlossen, mich nicht aufzugeben, um einem Mann zu gefallen». Sie sei mit der Krankheit aufgewachsen, es allen recht machen zu wollen, habe sich dann aber einer Frauenrechts-Bewegung angeschlossen. 

«Ich kenne junge Mädchen, die vergewaltigt wurden und sich dessen nicht einmal bewusst waren. Sie dachten, sie hätten nicht klar genug 'Nein' gesagt.» Eine der Errungenschaften der Frauenbewegung sei es, zu erkennen, dass Vergewaltigung und Missbrauch nicht die Schuld der Frauen sei.

Fonda, die in den 1970er Jahren zweimal mit dem Oscar ausgezeichnet wurde («Klute», «Coming Home - Sie kehren heim»), ist die Tochter des 1982 gestorbenen Schauspielers Henry Fonda. Sie war dreimal verheiratet, die letzte Ehe mit CNN-Gründer Ted Turner ging 2001 in die Brüche. In ihren Memoiren schrieb die Schauspielerin 2005 bereits von ihrer traumatischen Kindheit - ihre Mutter brachte sich um, als Fonda noch jung war - und dass sie 30 Jahre lang unter Bulimie gelitten habe.

Die 79-Jährige äußert sich auch immer wieder zu politischen und gesellschaftlichen Themen und galt in den 1970er Jahren als eine der prominentesten Aktivistinnen der Anti-Kriegsbewegung in den USA. Auch deshalb wird Fonda an diesem Samstag in Hamburg bei der Goldenen Kamera für ihr Lebenswerk geehrt. Sie sei für Generationen von Menschen eine Ikone, auch weil sie sich unermüdlich politisch engagiere, hieß es zur Begründung. Fonda wird den Preis auf der Gala, die live im ZDF übertragen wird, persönlich entgegennehmen.

Sie sei erst mit 31 und wegen des Vietnamkrieges Aktivistin geworden, erinnerte sich Fonda im Interview. «Es wäre mir egal gewesen, wenn ich nie wieder hätte arbeiten können. Ich spielte sogar mit dem Gedanken, Vollzeit-Aktivistin zu werden. Meinen Vater hatte ich in Schrecken versetzt, denn in den 50er Jahren wurden so noch Karrieren beendet.» Und was sie heute der neuen Generation von Feministinnen raten könne? «Sich bewusst zu machen, dass jegliche Form von Aktivismus Politik verändern kann. Das war in der Vergangenheit so und wird auch zukünftig so sein.»

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