Prognose: Heizkosten steigen wieder

Die Rechnung für 2016 dürfte für die meisten noch geringer ausfallen als im Jahr zuvor; Heizen war in den vergangenen Jahren alles andere als ein Kostentreiber. Doch es deutet sich eine Trendwende an.
08. November 2017, 11:15 Uhr
Heizen dürfte für die Haushalte in Deutschland nach Jahren sinkender Preise im kommenden Jahr wieder teurer werden. (Foto: Ole Spata/dpa)

Heizen dürfte für die Haushalte in Deutschland nach Jahren sinkender Preise wieder teurer werden. Wer mit Öl heizt, muss mit zehn Prozent Mehrkosten für 2017 rechnen, wie der Deutsche Mieterbund und die Beratungsgesellschaft co2online mitteilten.

Die Experten erwarten auch, dass es zu Preissteigerungen bei Erdgas und Fernwärme kommt. Im vergangenen Jahr waren die Kosten noch einmal gesunken, wie aus dem neuesten « Heizspiegel » hervorgeht. Co2online hat ihn mit dem Mieterbund für den Bund auf Basis Zehntausender Verbrauchsdaten erstellt. Demnach wurden für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus 2016 bei Erdgas Heizkosten in Höhe von 810 Euro fällig, 25 Euro weniger als im Vorjahr. Bei Heizöl waren es 665 Euro (-90 Euro), bei Fernwärme 930 Euro (-35 Euro).

2016 war zwar kühler als das Vorjahr, es wurde mehr Energie zum Heizen verbraucht - die Preise waren aber noch einmal gesunken, wie die Autoren verdeutlichen. Besonders für Ölkäufer war es in den vergangenen Jahren günstiger geworden: 2013 heizten sie die Musterwohnung noch für 1085 Euro.

Nun steigen die Preise wieder. Nach Daten des Messgeräte-Herstellers Tecson erreichte die Heizöl-Notierung am Mittwoch ein Jahreshoch. Für 100 Liter Heizöl werden bei Abnahme von 3000 Litern inklusive Steuern knapp 62 Euro fällig.

Mieterbund und co2online erwarten, dass für die 70-Quadratmeter-Wohnung das Heizen mit Gas in diesem Jahr 15 Euro teurer wird. Bei Öl werden es demnach 65 Euro mehr sein, bei Fernwärme 20 Euro.

Je nachdem wie gut das Haus gedämmt ist, gibt es große Unterschiede beim Verbrauch und damit bei den Kosten: Bei Erdgas etwa liegt die Spanne nach den Daten zwischen 550 und 1200 Euro im Jahr.

Der Sanierungsstand eines Hauses sei der am meisten unterschätzte Faktor für die Heizkosten, sagte co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz. Mieter können daran meist wenig ändern. Doch auch sie können durch ihr Nutzerverhalten die Kosten deutlich senken, wie Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten sagte.

Jede zweite Wohnung in Deutschland wird nach Daten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft mit Erdgas beheizt, jede vierte mit Öl. Jede siebte Wohnung erhält Fernwärme. Kleinere Anteile heizen mit Strom oder Holz.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Deutscher Mieterbund
  • Erdgas
  • Fernwärme
  • Heizkosten
  • DPA
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 31 - 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.