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Schütz und Droste starten Sonntag beim »Stadttheater«

06. September 2013, 17:58 Uhr
Titelverteidiger Moritz Schütz (M.) im Vorjahr beim Start zum Eliterennen »Rund um das Stadttheater«. (Foto: Friedrich)

Die beiden besten heimischen Radsportler, Moritz Schütz von der RV 1904/27 Gießen-Kleinlinden und Jan-Niklas Droste vom Profiteam Heizomat, stehen zusammen am Start. Die beiden Gießener sind nicht nur befreundet, sie trainieren auch öfter zusammen und haben sich zuletzt bei der Zeitfahr-Hessenmeisterschaft ein spannendes Duell geliefert, das Droste vor Schütz gewann. Beim Stadttheater-Rennen allerdings gehen sie und die anderen hochklassigen Mitstreiter zeitgleich auf die Strecke: Ausreißversuche, Taktieren, Belauern, Agieren und Reagieren, das Rennen am Sonntag verspricht Hochspannung. Unser Redakteur Ronny Th. Herteux hat sich im Vorfeld mit A-Lizenz-Fahrer Schütz und dem zuletzt mehrfach siegreichen Profi Droste unterhalten.

Herr Schütz, obwohl Sie reiner Amateurfahrer sind, müssen Sie meist größere Anreisen für die Wettkämpfe in Kauf nehmen. Diesmal können Sie mit dem Fahrrad anreisen, etwas Besonderes?

Schütz: »Ja, es ist etwas Besonderes. Einfach nur einen Rucksack mit zum Rennen zu nehmen, hat Seltenheit. Ich freue mich, dass es möglich ist, auf den heimischen Straßen mit einem sehr attraktiven Rundkurs ein sehr spannenden Wettkampf austragen zu können.«

Herr Droste, als Profi sind Sie überall in Deutschland unterwegs, ist das Rennen in Gießen dennoch ein besonderes?

Droste: »Klar und genau deshalb! Ich fahre überall große und kleine Rennen, da ist es wirklich schön, mal morgens zu Hause aufzuwachen und vor Freunden, Bekannten und dem eigenen Stadttheater zu fahren. Ich wäre letztes Jahr schon gerne in Gießen gestartet, aber da lag ein anderes wichtiges Rennen auf dem Termin – super, dass es dieses Mal nun geklappt hat.«

Sie sind Titelverteidiger, haben im letzten Jahr mit einem beeindruckenden Kraftakt den Sieg rausgefahren. Diesmal sind Profis am Start. Ärgert Sie das oder stellt dies eine besondere Herausforderung dar.

Schütz: »Nein, das ärgert mich nicht. Das steigert nur die Attraktivität der Veranstaltung. Das ganze Jahr über muss ich bei nationalen Rennen gegen Profis starten, das bringt dann noch mal zusätzlich Motivation.«

Sie haben in diesem Jahr bereits 23 000 km in den Beinen und viele Siege herausgefahren. Ist Gießen eine willkommene Trainingsabwechslung oder nehmen Sie die 80 Runden genauso in Angriff, als würde es um UCI-Punkte gehen.

Droste: »Das Rennen ist etwas ganz anderes als ein UCI-Rennen wie die Bayern-Rundfahrt oder Frankfurt-Eschborn. Während man bei großen Rennen manchmal taktisch fahren muss, um Kraft zu sparen, musst du bei Rennen über eine so kurze Distanz immer voll da sein und die knapp 1,5 Stunden alles geben. Das ist manchmal ungewohnt, wenn man viele lange Rennen fährt. Trotzdem will ich mich Sonntag gerne von meiner besten Seite zeigen und hoffe, allen Zuschauern ein spannendes Rennen zu ermöglichen.«

Sie sind Freunde, trainieren zusammen, kennen Schwächen und Stärken. Wie wollen Sie den jeweils anderen auf der Strecke überraschen oder wie könnte die Taktik aussehen? Beziehungsweise was gibt das 800-m-Oval überhaupt für Taktiken her?

Schütz: »Zunächst einmal ist das kein Duell zwischen uns beiden. Bei allem Respekt, dort starten noch viele gute Jungs, die genauso versuchen, vorne zu landen. Taktisch wird es nicht einfach, da natürlich immer viel passieren kann, gerade wenn es alle fünf Runden Wertungen gibt. Man muss sich die Kraft gut einteilen.«

Droste: »Ich glaube, wir würden ein hohes Risiko gehen, wenn wir das Rennen auf einen Wettstreit zwischen Moritz und mir reduzieren. Ich habe gehört, dass einige echt schnelle Jungs am Start sein werden, und das darf man nicht vergessen! Ich denke, ich sollte versuchen, das Rennen möglichst schwer zu gestalten, um den Kriteriumsspezialisten etwas entgegenzusetzen. Klar gibt es dann auch noch den ein oder anderen taktischen Trick, den man anwenden kann – aber das kann ich hier natürlich nicht verraten. Das muss sich jeder dann selbst am Sonntag anschauen!«

Wenn Jan-Niklas Droste ernst macht und das Tempo dauerhaft extrem hoch hält, haben Sie dann eine Chance?

Schütz: »Ich weiß, dass er wirklich viel Druck aufs Pedal bringen kann. Ich glaube, dass jeder versuchen wird, Jan-Niklas hinterherzufahren. Ich denke, ich bin stark genug, um ihm folgen zu können.«

Wenn die Vereinskollegen von der RV Gießen-Kleinlinden abwechselnd Ausreißversuche starten und Moritz Schütz konsequent unterstützen, könnte es dann auch für Sie brenzlig werden?

Droste: »Klar ist das ein Risiko für mich, aber meine Teamleitung hat mir zwei gute Jungs geschickt, die versuchen werden, solche Angriffe der Gießener zu kontern. Es wird also am Sonntag mehr als ein grünes Trikot mit Flammen um das Stadttheater fahren.«

Warum sollen die Zuschauer am Sonntag an die Strecke »Rund um das Stadttheater« kommen?

Schütz: »Es ist meiner Einschätzung nach ein sehr spannendes Rennen mit langer Tradition. Der Radsport beeindruckt mit seiner Dynamik und Schnelligkeit, und den Zuschauern wird bei der kurzen Runde sicher nicht langweilig.«

Droste: »Ich denke, hier hat jeder Gießener die Chance, Spitzensport live zu erleben und sich selbst ein Bild davon zu machen, dass der Radsport absolut nicht ›tot» ist! Außerdem hoffe ich natürlich auf ordentlich Zuschauer, die uns anfeuern – so macht der Sport nämlich erst richtig Spaß und gibt die Wertschätzung, die sich die Jungs durch hartes Training, viel Schweiß und so manche Entbehrung verdient haben.«

Was machen Sie beide nach dem Rennen?

Schütz: »Vielleicht können wir auf ein gutes Rennen zurückblicken und haben etwas zu feiern.«

Droste: »Ich denke, ich werde mich kurz ausfahren und dann noch ein bisschen mit den Leuten an der Strecke reden und für Fragen zur Verfügung stehen. Vielleicht bringe ich auch die eine oder andere Autogrammkarte mit. Und hoffentlich muss ich dann zur Siegerehrung – egal, ob in der Mitte oder an anderer Stelle auf dem Treppchen.«

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