Fußball

Hessenligist FSV Fernwald zieht Team zurück

08. April 2014, 10:48 Uhr
Traben einer ungewissen Zukunft entgegen: Die Fußballer des FSV Fernwald werden in der nächsten Saison nicht mehr um Hessenligapunkte spielen. Der Verein zieht die Mannschaft zum Rundenende zurück. (Foto: Friedrich)

»Es war keine punktuelle Entscheidung. Wir sind in den letzten zwei bis drei Wochen innerhalb des Präsidiums zu diesem Entschluss gekommen«, sagte Bernhard Becker, Vorstand Sport beim FSV.

Der Verein gab in einer Pressemitteilung verschlechterte Rahmenbedingungen des Amateurfußballs, fehlende Zuschüsse und ausgebliebene Fair-Play-Prämien als Gründe für den Rückzug an. Auch die Unterstützung von zahlreichen Sponsoren und etlichen ehrenamtlichen Helfern sei da nicht ausreichend, war in der Erklärung zu lesen.

Zu den genauen Planungen ab dem 1. Juli wollte Becker keine Angaben machen. Nicht gefährdet sei allerdings demnach das Jugendkonzept des FSV Fernwald mit der U23. Fest steht indes, dass ein Rückzug einer Mannschaft eine Herabstufung um zwei Klassen zur Folge hat. Somit müsste der Verein die Saison 2014/2015 in der Gruppenliga beginnen. Aber nur, wenn man in der Hessenliga den Klassenverbleib sichert. Und das ist nach den jüngsten Ergebnissen alles andere als sicher. Mit 33 Punkten aus 28 Begegnungen rangiert der FSV auf Rang 13 und damit nur zwei Positionen vor den Abstiegsplätzen. Der Vorsprung vor dem 15. (SC Viktoria Griesheim) beträgt nur ein mageres Pünktchen. Erreicht die Truppe von Trainer Ronny Borchers den Ligaerhalt nicht, so ist ein Neustart in der Kreisoberliga möglich. Dieser Tatsache dürfte sich auch Becker bewusst sein. »Unsere sportliche Zukunft in der nächsten Runde hängt auch vom Abschneiden bis Saisonende ab«, sagte er.

»Wie ein Brett vor dem Kopf«

Der FSV-Vorstand gab zu verstehen, dass man mit dieser Entscheidung auf breites Verständnis gestoßen sei. Dennoch dürfte dem einen oder anderen Spieler der Schock noch in den Gliedern sitzen. »Das war wie ein Brett vor dem Kopf«, erklärte Kapitän Dominik Völk, kurz nachdem die Spieler über den Vorstandsbeschluss informiert worden waren. »Wir wollten auf jeden Fall den Klassenerhalt schaffen. Nun kam dieser Dämpfer. Nach der Mitteilung über den Rückzug wurde in der Kabine wenig gesprochen«, ergänzte Völk. »Da war eine gewisse Leere. Aber wir sind Fußballer und wollen erfolgreich sein. Und so denke ich, werden wir auch in die nächsten Spiele gehen.«

Das Präsidium hatte die Mannschaft und das Trainerteam vor der Übungseinheit am Montagabend zu einer Sitzung gebeten. Danach stand dann das Training auf dem Programm. »Ich habe die Jungs erstmal gehen gelassen, damit sie reden können«, sagte Borchers. Der Coach selbst, der erst im Oktober als Nachfolger von Günter Stiebig auf der FSV-Bank präsentiert worden war, lobte den Verein für ein vorbildliches Verhalten in dieser Sache und zeigte sich verständnisvoll. »Ich weiß um die Situation. Wenn das Risiko nicht mehr kalkulierbar ist, dann ist dieser Schritt nachvollziehbar. Es würde mich nicht überraschen, wenn wir einen solchen Schritt auch bei einigen anderen Vereinen in dieser Klasse noch erleben.«

Der FSV Fernwald spielt aktuell im neunten Jahr in der Hessenliga, die früher unter Oberliga firmierte. In der erfolgreichsten Spielzeit, der Saison 2011/2012, belegte der Klub den dritten Rang.

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