Fußball

Die Lust in Fernwald ist zurück

26. Juni 2015, 21:23 Uhr
Mit dem SC Teutonia Watzenborn-Steinberg in die Hessenliga, nun soll Angreifer Tomi Pilinger den FSV Fernwald in die Gruppenliga schießen. (Foto: fro)

Mit Ach und Krach schaffte der FSV in der Saison 2014/2015 den Klassenerhalt. »Wir sind froh, dass wir mit einem blauen Auge davongekommen sind«, sagt Michael Becker, der gemeinsam mit Max Blaukat für die sportliche Leitung in Steinbach zuständig ist. Über den Umweg Relegation schaffte der FSV den Liga-Erhalt.

»Mit dem FSV Fernwald soll es wieder nach oben gehen«, gibt Becker die mittelfristige Marschroute für den Verein aus. Beim Blick auf die Neuverpflichtungen wird klar, dass man nur ein Ziel vor Augen haben kann: den Aufstieg in die Gruppenliga. Mit Moritz Schmandt, Tomi Pilinger und Dominik Wagner (alle SC Teutonia Watzenborn-Steinberg), Pierre Chabou, Sven Kusebauch (beide Verbandsligist VfB 1900 Gießen), Moritz Pfeiff, Niklas Wagner, Kai Ranke, Lukas Schmitz (alle Eintracht Wetzlar) verpflichtete man neun Spieler mit Hessen- und Verbandsliga-Erfahrung, dazu gesellt sich Kevin Buycks, der mit der TSG Wieseck in die Gruppenliga aufgestiegen ist, aber ebenso über Verbandsliga-Erfahrung verfügt.

»Wir haben trotz des Rückzuges 2014 keinen Sponsor verloren. Natürlich ist der Umfang der Zuwendungen kleiner geworden«, sagt Blaukat aber nicht ohne Stolz. Genauso wichtig ist, dass ein Großteil der handelnden Personen auch an Bord geblieben ist. Das macht vieles einfacher. »Wir sind eine große Familie, und der FSV Fernwald ist noch immer eine gute Adresse«, sagt Michael Becker mit Blick auf die Neuverpflichtungen. Die Lust ist wieder da, in Steinbach etwas aufzubauen. Und freilich verfügt man auch über die finanziellen Mittel, denn die hochkarätigen Zugänge kosten natürlich. Aber das Finanzielle ist in Steinbach geregelt. »Uns war es wichtig, ausgesuchte Charaktere zu verpflichten. Und ich glaube, dass ist uns gelungen«, so Becker.

Hätte man sich aber angesichts des nun erfolgten personellen Aufrüstens nicht den Hessenliga-Rückzug 2014 gar sparen können? Becker verneint dies: »Die Kosten waren nicht entscheidend. Hauptgrund waren geringe Zuschauerresonanz und vor allem mangelndes Interesse seitens des Verbandes«, erläutert Becker. Vor allem der Hessische Fußball-Verband (HFV) kümmere sich unzureichend um Hessens höchste Spielklasse. Bezeichnend sei da nicht nur der eigene Rückzug, sondern auch beispielsweise der von der TGM/SV Jügesheim, die in der letzten Saison trotz Meisterschaft einen Schlussstrich zog – und ebenfalls aus der Hessenliga ausstieg. Was kein gutes Licht auf Hessen wirft, wenn zwei Klubs mangels Perspektivlosigkeit aufgeben. Der Verband ist seit Jahren gefordert, den Amateurfußball zu stärken. Ob allerdings einzelne Kampagnen alleine reichen, ist zumindest fragwürdig. Es mangelt an Präsenz und auch Sponsoren, um die Liga attraktiv zu machen, obgleich Lotto-Hessen in der neuen Saison wieder als Partner in der Hessenliga einsteigt. Vielleicht ein erster Schritt.

Nachwuchsarbeit im Blickfeld

Das eine Jahr in der Kreisoberliga Süd hat wieder Lust auf Größeres gemacht in Steinbach. »Die Leute im Verein sind motiviert, wir wollen wieder Gas geben«, hat Blaukat eine Aufbruchstimmung ausgemacht. Und mit dieser will man auch Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, nicht wiederholen. 2014 wurde gemeinsam mit dem SC Teutonia Watzenborn-Steinberg der JFV Mittelhessen installiert, der als Plattform für die Jugend dienen soll. Einen ersten Erfolg kann der FSV verbuchen, gleich sechs A-Junioren kommen ab dem 1. Juli zu den Senioren. »Wir wollen diese Arbeit forcieren, wir wollen junge Leute ausbilden«, sagt Becker. Freilich müsse man sich im Einzelfall mit dem SC Teutonia auseinandersetzen. »Aber letztlich entscheidet der Jugendliche, zu welchem Seniorenverein er möchte«, so Becker. Es scheint, als stehe der Jugendbereich nun auf soliden Beinen, in den letzten Jahren noch eine große Baustelle – in Fernwald und Pohlheim.

Nun gilt der Blick aber erst mal der neuen Saison. Angesichts des Kaders ist der FSV Fernwald in der Kreisoberliga Süd der Topfavorit. Alles andere als der Aufstieg wäre enttäuschend. Das weiß man auch in Steinbach. »Natürlich wollen wir oben mitspielen, aber wo der sportliche Weg letztlich hinführt, das wird man sehen«, sagt Becker mit einem Lächeln.

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