Basketball

Freude für den Moment bei den Gießen 46ers

28. Februar 2016, 20:43 Uhr
Top-Unterhaltung in der Osthalle: Erst schicken die Gießen 46ers die Bonner mit einer 72:87-Niederlage nach Hause – und dann feiern TJ DiLeo (l.), Benjamin Lischka (2. v. r.), Gabriel Olaseni (3. v. l.), Ethan Wragge (r.) und Co. den Topscorer Suleiman Braimoh (2. v. l.), der mit seiner »Humba« die Lacher auf seiner Seite hat. (Foto: Vogel)

Die Gießen 46ers haben einen Lauf – wie es so schön heißt, wenn Sieg auf Sieg folgt. Drei davon sicherte sich die Mannschaft von Trainer Denis Wucherer nun hintereinander – und verbannte damit das Abstiegsgespenst wohl gänzlich. Nach 22 Spieltagen als Bundesliga-Aufsteiger elf gewonnene und elf verlorene Partien vorweisen zu können, damit hätten noch nicht einmal die größten Optimisten vor der Saison gerechnet.

Das souverän erzielte 87:72 (40:39) gegen die Telekom Baskets Bonn am Samstagabend vor 3574 Zuschauern in der Osthalle lieferte erneut den Beweis, dass eine gesunde 46ers-Truppe durchaus ein Playoff-Kandidat sein kann – auch wenn der Abstand zu Rang acht sechs Punkte beträgt (bei einem Spiel weniger). Das Thema Ausscheidungsrunde um die Meisterschaft beschäftigt Wucherer sicher auch. Dazu muss sein Team aber immer das Maximum abliefern, mal einen Großen schlagen (am 9. März gastieren die Frankfurt Skyliners in der Osthalle) und auf einen Ausrutscher von den Würzburgern hoffen, die mit Rang acht jenen Platz belegen, der noch zur Teilnahme an der K.-o.-Runde berechtigt.

»Wir werfen schon einen Blick auf Rang acht – nachdem der Klassenerhalt ja in trockenen Tüchern scheint«, erklärt Chef Wucherer. Die kommenden Spiele bis Ende März werden den Weg zeigen – in Bayreuth, gegen Frankfurt, in Bamberg, gegen Crailsheim und in Bremerhaven.

Die Fans der 46ers sollten aber jeden Auftritt der Protagonisten genießen. Allzu viele von ihnen werden in der nächsten Saison sicherlich nicht mehr das Trikot der Gießener tragen. Der geniale Guard Braydon Hobbs, gegen Bonn erneut überragend, der mit viel Spielintelligenz ausgestattete TJ DiLeo, der knallharte Verteidiger und Fastbreak-Spezialist Yorman Polas Bartolo sowie die vom Meister Bamberg ausgeliehenen Karsten Tadda und Gabriel Olaseni haben ihren Marktwert – wie auch der am Samstag zu alter Stärke zurückgefundene Suleiman Braimoh – gesteigert und Begehrlichkeiten bei anderen, finanziell betuchteren Klubs geweckt.

»Wir können keinen dieser Spieler in Gießen halten. Das ist utopisch«, spricht Wucherer Klartext. Die bereits geführten Gespräche mit den Agenten hätten diese deutliche Nachricht gesendet. »Das Team in der nächsten Saison wird komplett anders aussehen«, erklärt der Coach, der mit Geschäftsführer Heiko Schelberg schon »total in der Planung für die kommende Saison« stehe. Einzig Powerforward Benjamin Lischka hat einen Vertrag für die nächste Spielzeit. Und Wucherer selbst. Der Kontrakt des 42-Jährigen verlängert sich automatisch bei Klassenerhalt um ein weiteres Jahr. »Es gibt momentan keinen Grund, davon auszugehen, dass ich nicht in Gießen bleibe«, konstatiert Wucherer. Seine gute Arbeit bei den 46ers ist aber ebenfalls anderen Klubs nicht entgangen. Nicht von ungefähr kam die Nominierung zum Allstar-Coach.

Mit dem Resultat war Wucherer am Samstag gegen Bonn zufrieden – mit der Intensität seiner Mannschaft aber nicht immer. Erstmals hatte er bei einem Pflichtspiel zwölf Profis zur Verfügung, sodass ihm vorschwebte, 40 Minuten lang den Druck auf höchstem Level zu halten. »Die, die reinkommen, müssen direkt abliefern«, so Wucherer: »Das ist nicht einfach, das müssen einige noch lernen.«

Auf Betriebstemperatur war indes die erste Fünf mit Braimoh, Tadda, Olaseni, Hobbs und Wells, die zu Beginn wirbelte (7:0, 3.) und den Gegner im letzten Viertel mit einem 25:14 förmlich an die Wand spielte. Platz neun sprang nach dem 87:72 für die Lahnstädter heraus – die Gießen 46ers sind in dieser Saison weiterhin auf einem guten Weg.

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