Herausragendes Engagement

Kinder und Umwelt – mit diesen Themen haben die Vereine bei den Sternen des Sports der Volksbank Mittelhessen die Jury besonders überzeugt. Insgesamt 40 000 Euro hat das Unternehmen bei dem Breitensport-Wettbewerb an die regionalen Vereine ausgeschüttet. Am Donnerstag wurden die Sieger im großen Rahmen gekürt.
18. August 2017, 22:52 Uhr
Die Sieger bei den Sternen des Sports: Dr. Lars Witteck (l.) und Silke Haas (r.) von der Volksbank Mittelhessen zeichnen (v. l.) Christian Bonsiep vom Karate-Dojo Lich (2.), Klaus Herrmann vom TuSpo Nassau Beilstein (3.) und Stefanie Buske (1.) vom Reit- und Fahrverein Karben aus; vorne das Licher Nachwuchs-Kata-Team. (Foto: bf)

Die Jury hatte keine leichte Aufgabe. Über 50 Projekte hatten die regionalen Sportvereine eingereicht, um sich für die Sterne des Sports zu bewerben. »Jede einzelne Bewerbung war gut«, sagte Dr. Lars Witteck, der Generalbevollmächtige der Volksbank Mittelhessen, bei der Preisverleihung am Donnerstagabend in Gießen. Der erste Platz ging in diesem Jahr in die Wetterau: Der Reit- und Fahrverein Karben darf sich über 3000 Euro Preisgeld für sein Projekt »Pferdetag für Kindergartenkinder« freuen. Zweiter im von der Volksbank Mittelhessen und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ausgelobten Breitensport-Wettbewerb wurde das Karate-Dojo Lich für seine Aktion »Kinder stark machen«, das mit 2500 Euro prämiert wurde. Auf den mit 2000 Euro dotierten dritten Rang setzte die Jury das Projekt »Sportverein rockt die Umwelt« des TuSpo Nassau Beilstein aus dem Sportkreis Wetzlar.

Aber auch die anderen Vereinsvertreter unter den 160 geladenen Gästen gingen nicht mit leeren Händen nach Hause. Je nach erreichter Punktzahl erhielten sie eine finanzielle Förderung zwischen 250 und 1500 Euro. Die Bewertung der Projekte erfolgte anhand zahlreicher Kriterien wie dem Vorbildcharakter oder die Auswirkungen auf die Gesellschaft vor Ort.

»Sie sind die Stützen einer funktionierenden Gesellschaft«, rief Witteck, der im Forum des Unternehmens im Schiffenberger Tal durch den Abend führte, den Vereinsmitarbeitern bei der unterhaltsamen Veranstaltung zu. Dass sich Vereine um deutlich mehr kümmern, als um ihre Kernsportarten, wurde wieder einmal anhand der vorgestellten Projekte bei dieser achten Auflage der Sterne des Sports deutlich. So auch der Reit- und Fahrverein Karben, dessen »Pferdetag für Kinderkartenkinder« die Jury ganz besonders überzeugte. Aus der Frage: »Wie können wir Kinder an Pferde bringen?« entstand die Idee für die Aktion, erzählte die RuF-Vorsitzende Stefanie Buske. Sie berichtete auch von einer Studie, nach der Pferde entwicklungsfördernden Einfluss auf Kinder haben. Ohnehin ist das Projekt ein Sport-, Umwelt und Lernprojekt für Fünf- bis Sechsjährige. Es geht dabei nicht nur um Bewegung, sondern zum Beispiel auch um Teamfähigkeit, Verantwortung für das Tier und die Wertschätzung der Landwirtschaft und Natur. 90 Kinder aus 17 Kitas waren bislang in diesem Jahr auf der Anlage des 180 Mitglieder fassenden Klubs zu Gast. »Wir werden das Angebot weiter ausbauen«, sagte Buske. »Wir wollen jedem Kind die Möglichkeit geben, diese Erfahrung zu machen.« Deshalb sollen künftig neben Kindergärten auch Grundschulen einbezogen werden. Der Regionalsieger des bronzenen Stern des Sports hat nun auch die Chance auf den silbernen Stern auf Landes- und den goldenen Stern auf Bundesebene.

Den Nachwuchs im Blick hat auch das Karate-Dojo Lich, das von der Jury auf den zweiten Platz gesetzt wurde und sich über 2500 Euro Preisgeld freuen darf. Bei dem Projekt »Kinder stark machen!« kooperieren die Licher mit Kindergärten und Vorschulklassen. Die Jungen und Mädchen sollen vor der Einschulung Selbstbewusstsein und Vertrauen in eigene Gefühle und Fähigkeiten bekommen. »Wir schulen die Kinder vor allem in Selbstbehauptung, nicht in Selbstverteidigung«, sagte Christian Bonsiep vom Karate-Dojo. 75 Kinder haben allein in diesem Jahr bei der Aktion mitgemacht. Die jungen Teilnehmer lernen zum Beispiel die richtige Körpersprache, um bei einem Konflikt auf dem Schulhof nicht in eine Opferrolle zu fallen. Zweiter wichtiger Aspekt ist das Verhalten, wenn Kinder von Erwachsenen bedrängt oder belästigt werden. »Das Stärkste, das Kinder dann haben, ist die Sprache«, erklärte Bonsiep. Das Nachwuchs-Kata-Team des Karate-Dojo gab zudem eine beeindruckende Kostprobe des Könnens und trug ebenso wie der »FFH-Dummfrager« Boris Meinzer, der gerade für den deutschen Comedy-Preis nominiert wurde, zur Unterhaltung des Publikums bei.

Für sein vielfältiges Engagement für die Umwelt wurde der TuSpo Nassau Beilstein mit dem dritten Platz und 2000 Euro ausgezeichnet. So hat der Klub beispielsweise eine Fotovoltaikanlage installiert und ist dabei, seine Flutlichtanlage auf energiesparende LED-Technik umzustellen.

Witteck und Regionaldirektorin Silke Haas erklärten, dass die Volksbank Mittelhessen die Vereine in der Region künftig durch verschiedene regelmäßige Förderwettbewerbe unterstützt, die auf der Unternehmens-Homepage vorgestellt werden. Außerdem kündigten sie an, dass im nächsten Jahr zum 160. Geburtstag der Volksbank Mittelhessen 160-mal 1000 Euro an Vereine und Institutionen ausgeschüttet werden – die Bewerbungsfrist läuft noch bis Ende September.

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